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Regionalwahlen
Starke Sicherheitskräfte überwachen den Urnengang in Frankreich

Regionalwahlen: Starke Sicherheitskräfte überwachen den Urnengang in Frankreich
Marine Le Pen vom Front National (FN) gibt ihre Stimme ab. FOTO: dpa, pro
Paris . In Frankreich hat am Sonntag die erste Runde der Regionalwahlen unter starkem Schutz von Polizei und Militär begonnen. Rund 44,6 Millionen Franzosen können über die Machtverhältnisse in den neu gebildeten Regionen bestimmen.

Bei der letzten landesweiten Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017 werden Erfolge der rechtsextremen Front National (FN) von Marine Le Pen erwartet.

Der sozialistische Präsident François Hollande gab am Morgen in seinem Wahlkreis im zentralfranzösischen Tulle seinen Stimmzettel ab. Begleitet wurde er von zahlreichen Journalisten. Nach den Terroranschlägen von Paris und Saint-Denis vor drei Wochen waren die Umfragewerte für den Staatschef deutlich gestiegen. Zuvor steckte Hollande wegen Rekordarbeitslosigkeit, schlechten Wirtschaftszahlen und zu langsame Reformen im Umfragetief.

Gleichzeitig sagen Erhebungen Zugewinne für die rechtsextreme FN voraus, die mit einem Wahlkampf gegen Europa und Ausländer, für die Schließung der Grenzen und mehr innere Sicherheit punkten wollte.
Die Rechtsextremen können danach im ersten Wahlgang mit rund 29,5 Prozent rechnen. Bis zu vier Regionen könnten nach den Umfragen an die FN fallen.

Le Pen liegt in Nord-Pas-de-Calais-Picardie vorn, ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen führt in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Südosten des Landes. Nach einer Reform ist Frankreich in 13 statt 22 Regionen aufgeteilt. Sie entsprechen in etwa den Bundesländern in Deutschland, haben aber im zentralistischen Frankreich deutlich weniger politische Bedeutung und vor allem Verwaltungsaufgaben.

Kurz vor der Wahl warnten mehrere Kommentatoren vor einem Votum für die Rechtsextremen. Aus Sicht der Zeitung "Libération" spielt die FN "mit den Ängsten der Menschen und der Ablehnung von Außenstehenden".
"Le Monde" sieht in der Partei "eine große Gefahr für Frankreich" und sein internationales Ansehen.

Das bürgerliche Bündnis um die Republikaner von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy lag in Umfragen mit etwa 28 Prozent fast gleichauf mit dem FN. Die Sozialisten von Staatschef François Hollande landeten zusammen mit einer linken Partei (PRG) bei 23 Prozent. Für den zweiten Wahlgang in einer Woche, bei dem alle Parteien mit mehr als 10 Prozent in der ersten Runde antreten dürfen, können die Sozialisten noch auf Unterstützung von Grünen und Linkspartei rechnen, die zusammen bei 11 Prozent liegen.

Nach den Terrorattacken findet der Wahlgang unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt, vor allem im Großraum Paris werden viele öffentliche Bereiche von Militär und Polizei gesichert. Seit den Angriffen herrscht im ganzen Land ein Ausnahmezustand.

Die Wahllokale haben in der Regel bis 18.00 Uhr geöffnet. Im Raum Paris kann bis 20.00 Uhr gewählt werden. Erste Prognosen werden ein bis zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet. Gewählt wird auch in mehreren Überseegebieten.

(felt/dpa/AFP)
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