Urteil über zweieinhalb Jahre Haft: Richter: Libby muss Haftstrafe antreten
zuletzt aktualisiert: 14.06.2007 - 21:55Washington (RPO). Der frühere Stabschef von US-Vizepräsident Dick Cheney, Lewis "Scooter" Libby, muss seine Haftstrafe antreten. Libby hatte beantragt, in Freiheit auf den Abschluss seines Berufungsverfahrens warten zu dürfen. Das lehnte ein Bundesrichter jedoch ab.
Der ehemalige Top-Berater war in der vergangenen Woche wegen seiner Rolle in der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er war wegen Falschaussage, Meineids und Behinderung der Justiz schuldig gesprochen worden.
Der Bundesrichter forderte Libby auf, sich umgehend zum Haftantritt zu melden, sobald ihn die Justizbehörden dazu auffordern. In den kommenden Wochen solle entschieden werden, in welcher Anstalt er seine Strafe absitzen müsse. Die Entscheidung des Richters dürfte Spekulationen über Libbys baldige Begnadigung durch Präsident George W. Bush neuen Auftrieb geben. Bush und Cheney hatten die Verurteilung des früheren Beraters bedauert. Bush hatte zugleich angekündigt, mit seinen Entscheidungen in dem Fall den Ausgang des Berufungsverfahrens abzuwarten.
Libby war im Zusammenhang mit der skandalträchtigen Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame schuldig gesprochen worden. Der Prozess hatte für Aufsehen gesorgt, weil er Manipulationen der US-Regierung bei der Rechtfertigung der Irak-Invasion 2003 aufdeckte.
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