Fünfter Teil Tagebuch Brasilien: Rio: Jürgen Rüttgers am Zuckerhut
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 31.10.2008 - 11:57 Brasilia (RP). Tall and tan and young and lovely
The girl from Ipanema goes walking
And when she passes, each one she passes goes „Ah!“
Im Foyer des Hotels Copacabana-Palace rieselt der Bossa-Nova-Welthit von Stan Getz aus den Lautsprechern. Willommen In Rio de Jaineiro, der zweitgrößten Stadt Brasiliens (elf Millionen Einwohner)! Der Name steht für „Fluß des Januars“.
Draußen tröpfelt es. Jürgen Rüttgers steigt sofort in den Bus ein, ohne einmal kurz an den Strand zu gehen. Dabei liegt die Promenade von Copacabana direkt an der gegenüberliegenden Straßenseite.
Unterwegs zum ersten Termin fahren wir an der Guanabara-Bucht entlang - dort liegt der Zuckerhut, das Wahreichen von Rio. Schon gestern haben wir auf dem Gipfel des Corcovado die berühmte Christusstatue gesehen.
Der Bus des Ministerpräsidenten wird von der Polizei eskortiert. Sechs Motorradfahrer riegeln alle Kreuzungen ab, sogar die Autobahn wird für Rüttgers gesperrt. Zu Hause sind dem „Chef“, wie seine engen Mitarbeiter ihn nennen, Blaulicht-Fahrten unangenehm, weil er ja nicht „der Kaiser von China“ sei. In Rio ist die Delegation froh, dem Verkehrschaos durch Sonderrechte zu entkommen.
Am Vormittag steht ein Baustellenbesuch auf dem Programm. ThyssenKrupp baut in Rio ein neues Stahlwerk, investiert 4,5 Millionen Euro. Gut für NRW, findet Rüttgers, denn die Jobs im Ruhrgebiet werden sicherer, wenn der Konzern in seine internationale Wettbewerbsfähigkeit ausbaut. Die Baustelle umfasst neun Quadratkilometer, ist 18 Mal so groß wie die Düsseldorfer Altstadt. Dort sind 22 000 Arbeiter beschäftigt - Xanten hat 21500 Einwohner - Es gibt auch Bauschilder von deutschen Firmen.
Der Besuch des Großprojekts dauert viereinhalb Stunden. Nach der Begrüßung im Verwaltungsgebäude, in dem zwei Uhren die Ortszeit von Rio und Duisburg anzeigen, fährt der Bus kreuz und quer über das Gelände. ThyssenKrupp-Mitarbeiter ärgern sich nicht unbegründet darüber, dass ausgerechnet an dem Tag des Rüttgers-Besuchs nicht mehr als ein Krächzen aus der Mikrophonanlage herauszuholen ist.
Der Ministerpräsident besichtigt die neue Hafenanlage. Er klettert 38 Meter hoch über Die Außentreppe auf das Dach der Möllerung. Und weil das ThyssenKrupp sich umweltfreundlich gibt, pflanzt der Ehrengast zum Abschluss noch einen Baum. Der wird - nach seinem Paten - von nun an Jürgen Rüttgers heißen. (Ende)
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