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Russischer Einfluss auf US-Wahlkampf
Sonderermittler soll Licht in Trump-Affäre bringen

Robert Mueller: Sonderermittler soll Licht in Trump-Affäre bringen
Der Sonderermittler des US-Justizministeriums: Robert Mueller. FOTO: ap
Washington. Der frühere FBI-Chef Robert Mueller ist vom US-Justizministerium zum Sonderermittler berufen worden. Er soll mögliche Verbindungen zwischen der russischen Regierung und dem Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten Donald Trump untersuchen. 

Der Posten des Sonderermittlers ist mit umfassenden Vollmachten ausgestattet und vor politischer Einflussnahme geschützt. Ermittlungsgegenstand sind laut Ministerium "Bemühungen der russischen Regierung zur Beeinflussung der Präsidentschaftswahl 2016 und damit zusammenhängende Themen".

Vize-Justizminister Rod Rosenstein beauftragte Mueller ausdrücklich damit, "jegliche Verbindungen und/oder Abstimmungen zwischen der russischen Regierung und Personen mit Verbindung zur Wahlkampagne von Präsident Donald Trump" zu untersuchen.

Sonderermittler ist politisch unabhängig

Mit der Ernennung eines externen Sonderermittlers wolle er die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Ermittlungen sicherstellen, sagte Rosenstein. "Angesichts der einzigartigen Umstände erfordert es das öffentliche Interesse, dass ich diese Ermittlungen unter die Führung einer Person stelle, die ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von der normalen Hierarchie genießt."

Muellers Berufung waren turbulente Tage in Washington vorangegangen. Präsident Trump hatte vergangene Woche FBI-Chef James Comey unter fragwürdigen Umständen gefeuert. Er begründete die Entlassung auch mit den Ermittlungen des FBI zu möglichen Verstrickungen seines Teams mit russischen Wahlkampfinterventionen.

Für große Aufmerksamkeit sorgten am Mittwoch Medienberichte, wonach der Präsident den FBI-Chef möglicherweise gedrängt hat, Ermittlungen gegen seinen zurückgetretenen Sicherheitsberater Michael Flynn wegen Russland-Kontakten einzustellen. Dies hatte die Frage aufgeworfen, ob der Präsident die Ermittlungen zu behindern versuche. Deshalb wurden Rufe nach einem unabhängigen Sonderermittler immer lauter.

Vertrauensmaßnahme fürs Volk

Ein Sonderermittler genießt im US-Justizsystem weitreichende Befugnisse. Er untersteht nicht der Hierarchie des Justizministeriums oder des Weißen Hauses. Er ist nicht zur Rücksprache mit dem Justizminister verpflichtet und kann die Ermittlungen mit Mitarbeitern seiner Wahl unabhängig vorantreiben. Sollten die Ermittlungen Fehlverhalten dokumentieren, kann er die Fälle zur Anklage bringen.

Vize-Minister Rosenstein erklärte, zwar habe er großes Vertrauen in die Unabhängigkeit seiner eigenen Ermittler. Er halte einen Sonderermittler dennoch für nötig, "damit das amerikanische Volk volles Vertrauen in die Ergebnisse haben kann". Die Berufung heiße aber nicht, "dass Straftaten verübt wurden", betonte Rosenstein. Er sagte Mueller "alle erforderlichen Ressourcen" zu, um "gründliche und vollständige Ermittlungen" leisten zu können.

Mueller war FBI-Chef unter George W. Busch

Mueller war im Jahr 2001 vom republikanischen Präsidenten George W. Bush zum FBI-Chef ernannt worden. In diesem Amt hat er sich parteiübergreifend großen Respekt erworben. Im Jahr 2013 gab er den Chefposten an James Comey ab, den Trump in der vergangenen Woche feuerte. Zuletzt arbeitete Mueller in einer eigenen Anwaltskanzlei; diese Tätigkeit lässt der 72-Jährige nun ruhen.

Präsident Trump erklärte, er erwarte von den Ermittlungen eine Entlastung. "Eine gründliche Untersuchung wird bestätigen, was wir bereits wissen - dass es kein Zusammenspiel zwischen meinem Wahlkampfteam und jeglicher ausländischer Macht gegeben hat", erklärte Trump. Das Weiße Haus hatte erst vor wenigen Tagen die Berufung eines Sonderermittlers für unnötig erklärt und auf laufende Untersuchungen in parlamentarischen Gremien verwiesen.

Die Berufung eines Sonderermittlers wurde im Kongress parteiübergreifend begrüßt. Der republikanische Ausschussvorsitzende Jason Chaffetz bezeichnete Mueller als "hervorragende Wahl". Der demokratische Senator Chuck Schumer erklärte, er habe nun "erheblich mehr Vertrauen" in die Ermittlungen.

(th/AFP)
 
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