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Philippinen
Künftiger Präsident Duterte rechtfertigt Journalistenmorde

Rodrigo Duterte rechtfertigt Journalistenmorde
Rodrigo Duterte provoziert immer wieder mit neuen Aussagen FOTO: dpa, fm jma
Manila. Der umstrittene künftige Präsident der Philippinen hat Morde an Journalisten in manchen Fällen für gerechtfertigt erklärt. Rodrigo Duterte provozierte damit große Empörung.

"Nur weil Du ein Journalist bist, bist Du von Attentaten nicht ausgenommen, wenn Du ein Hurensohn bist", sagte er bei einer Pressekonferenz in seiner südphilippinischen Heimatstadt Davao. Guten Journalisten, die die Wahrheit berichteten, werde nichts passieren. Korrupte Journalisten rette das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht.

Die Journalistengewerkschaft der Philippinen reagierte mit Entsetzen. Die Aussagen des Siegers der Präsidentschaftswahl vom 9. Mai seien empörend, teilte die Organisation am Mittwoch mit. "Nichts rechtfertigt das Ermorden von Journalisten", hieß es. Duterte habe die Namen und das Gedenken an 176 Journalisten, die seit 1986 auf den Philippinen ermordet worden seien, besudelt. Er habe eine "Jagdzeit" ausgerufen, um die Medien zum Schweigen zu bringen.

Gefährliches Land für Journalisten

Erst am vergangenen Freitag war in der Hauptstadt Manila nach Medienberichten ein Journalist erschossen worden. Im jüngsten Index der Länder mit den meisten unaufgeklärten Morden an Journalisten des Komitees zum Schutze von Journalisten vom vergangenen Jahr belegten die Philippinen den vierten Platz.

Der 71-jährige Duterte soll am 30. Juni den Amtseid als Präsident leisten. Der langjährige Bürgermeister der Stadt Davao, der von Menschenrechtsaktivisten für die Tötung von mehr als tausend Menschen durch Todesschwadrone verantwortlich gemacht wird, hatte die Wahl am 9. Mai mit großem Vorsprung gewonnen. Er hatte im Wahlkampf einen unerbittlichen Feldzug gegen die Kriminalität angekündigt, will die Todesstrafe wieder einführen und Scharfschützen gegen mutmaßliche Verbrecher einsetzen.

(crwo/dpa)
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