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Ärzte ohne Grenzen
6700 Rohingya in einem Monat getötet

Rohingya: 6700 Menschen im ersten Monat getötet
Rohingya-Flüchtlinge im "Kutupalong-Lager" nahe der Stadt Cox's Bazar. FOTO: rtr, AK/DN
Rangun. Tausende Rohingya sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen allein im ersten Monat von der Armee in Myanmar umgebracht worden. Unter den Toten seien auch hunderte Kinder.

"Mindestens 6700 Rohingya sind nach den zurückhaltendsten Schätzungen getötet worden, darunter mindestens 730 Kinder unter fünf Jahren", teilte Ärzte ohne Grenzen (MSF) mit. Die Organisation beruft sich auf Zahlen, die auf eigenen Untersuchungen basieren.

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahren systematisch verfolgt. Der Konflikt war Ende August eskaliert, nachdem zunächst Rohingya-Rebellen im Bundesstaat Rakhine Soldaten und Polizisten angegriffen und dutzende Sicherheitskräfte getötet hatten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Seit Ende August flüchteten rund 620.000 Angehörige der muslimischen Minderheit ins Nachbarland Bangladesch.

Schüsse, Verbrennungen und sexuelle Gewalt

Die Umfragen von Ärzte ohne Grenzen fanden den Angaben zufolge im November in 2434 Familien mit insgesamt mehr als 11 000 Mitgliedern in mehreren Flüchtlingslagern statt. Die Zahlen seien repräsentativ für rund 80 Prozent der seit Ende August in Bangladesch angekommenen Rohingya. Nicht berücksichtigt seien allerdings die Familien, die es nicht in das Nachbarland geschafft hätten. Den weiterhin dort ankommenden Flüchtlingen zufolge dauert die Gewalt in Rakhine noch immer an.

Insgesamt starben im fraglichen Zeitraum nach den vorsichtigen Hochrechnungen mindestens 9000 Rohingya in Myanmar, davon rund 72 Prozent durch Gewalt. Darunter war mit knapp 70 Prozent die häufigste Todesursache Erschießen. Fast neun Prozent der Toten, und knapp 15 Prozent derjenigen unter fünf Jahren, wurden den Angaben zufolge in ihren Häusern lebendig verbrannt. In 2,6 Prozent der Fälle führte sexuelle Gewalt zum Tod.

Flüchtlingslager in Bangladesch: Das traurige Spielzeug der Rohingya-Kinder FOTO: afp
(laha/afp/dpa)
 
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