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Trotz scharfer Kritik: Rumsfeld bleibt US-Verteidigungsminister

zuletzt aktualisiert: 04.12.2004 - 12:24

Washington (rpo). Donald Rumsfeld bleibt Verteidigungsminister im Kabinett von US-Präsident George W. Bush. Der Pentagon-Chef habe sich dazu in einem Gespräch mit dem Präsidenten zu Beginn der Woche bereit erklärt, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter am Freitag in Washington.

Das Pentagon wollte die Angaben nicht bestätigen. Der 72-Jährige gilt als einer der umstrittensten Minister in Bushs Mannschaft. Er war unter anderem wegen des Irak-Kriegs und des Abu-Ghraib-Skandals in die Kritik geraten. Als achtes Mitglied in Bushs Kabinett reichte dagegen US-Gesundheitsminister Tommy Thompson seinen Rücktritt ein. Der 63-Jährige nannte private Gründe für die Entscheidung.

Bush sei sehr zufrieden mit der Entscheidung Rumsfelds, sagte der Regierungsvertreter weiter. "Wir führen einen Krieg gegen den Terror und an diesem kritischen Punkt ist Minister Rumsfeld der richtige Mann für diese Position." Rumsfeld gilt als Hardliner in der Bush-Regierung. Er befürwortete sowohl den Einmarsch in Afghanistan nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 als auch die weit umstrittenere Irak-Invasion im März 2003.

Sein forsches Auftreten und eine kaum kaschierte Verachtung für langwierige Diplomatie stieß vor allem die europäischen Verbündeten vor den Kopf. Rumsfeld war in den vergangenen vier Jahren mehrmals unter Druck geraten, unter anderem wegen des Skandals um Misshandlungen im US-Militärgefängnis in Abu Ghraib bei Bagdad. Auch für die Ausweitung der Aufstände im Irak und die Tatsache, dass in dem Land nicht wie von den USA behauptet Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, sah sich Rumsfeld Angriffen ausgesetzt. Bush hielt jedoch allen Spekulationen zum Trotz stets an seinem Minister fest.

Dritte Amtszeit

Für Rumsfeld ist es bereits die dritte Amtszeit als Pentagon-Chef. Schon in den Jahren zwischen 1975 und 1977 stand er dem Verteidigungsministerium vor, als jüngster Ressortchef in der US-Geschichte. Nun ist der 72-Jährige der älteste Politiker, der das Amt in den Vereinigten Staaten jemals bekleidete. Rumsfeld ist eines der wenigen Kabinettsmitglieder, die in den kommenden vier Jahren im Amt bleiben. Unter anderem reichten bereits Außenminister Colin Powell, Heimatschutzminister Tom Ridge und Handelsminister Don Evans ihren Rücktritt ein.

Am Freitag gab auch Gesundheitsminister Thompson sein Ausscheiden aus dem Kabinett bekannt. "Es ist für mich und meine Familie an der Zeit, ein neues Kapitel unseres Lebens aufzuschlagen", sagte Thompson. Er hatte in seiner Amtszeit unter anderem eine Initiative für den besseren Schutz der USA gegen Bioterror gestartet. Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Thompsons wird Mark McClellan gehandelt. Der 41 Jahre alte Mediziner und Wirtschaftsexperte ist der ältere Bruder von Bushs Sprecher Scott McClellan.

Quelle: ap

 
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