| 07.27 Uhr

Russland-Affäre
Trump stellt sich nun doch hinter US-Geheimdienste

Russland-Affäre: Donald Trump stellt sich nun doch hinter die US-Geheimdienste
Donald Trump während der Pressekonferenz in Hanoi. FOTO: rtr, Kham/BSP
Hanoi. Eigentlich sollte es in Trumps Pressekonferenz um Vietnam gehen. Aber mit stetig wechselnden Standpunkten befeuert der US-Präsident viele andere Themen - wie die Russlandaffäre und Nordkorea.

US-Präsident Donald Trump hat in der Frage einer russischen Beeinflussung der US-Wahl erneut die Position gewechselt. Bei einer Pressekonferenz in Hanoi mit Vietnams Präsident Tran Quai Dang sagte Trump am Sonntag, er schließe sich nun den Erkenntnissen der Geheimdienste an. Noch am Vortag hatte Trump gesagt, er glaube Russlands Präsident Wladimir Putin, wenn dieser sage, Russland habe die Wahl nicht beeinflusst.

Vier US-Geheimdienste gehen von einer Beeinflussung seitens Russlands aus. Die Russland-Affäre beschäftigt Trump seit seinem Amtsantritt.

Anders als am Samstag sagte Trump nun, er glaube sehr an die Geheimdienste. Sie würden von ausgezeichneten Leuten geführt. Es sei dennoch wichtig, mit Russland zurechtzukommen. Das Land sei unter anderem für eine Lösung des Konflikts mit Nordkorea wichtig. "Wenn wir mit anderen Ländern zurechtkommen, ist das eine gute Sache, keine schlechte", sagte Trump.

"Wir sind provoziert worden- wir wollen das nicht"

Zum Nordkoreakonflikt sagte Trump, er wolle Fortschritt und keine Provokationen. "Wir sind provoziert worden, die Welt ist provoziert worden - wir wollen das nicht",

Drei Stunden zuvor hatte Trump über Nordkoreas Führer Kim Jong Un ironisch getwittert, er würde diesen nie als klein oder fett bezeichnen.

In der Pressekonferenz gefragt, was das Verhältnis zu Kim Jong Un verbessern könne und ob es überhaupt möglich wäre, zu Freunden zu werden, sagte Trump: "Im Leben geschehen merkwürdige Dinge. Ich weiß nicht, ob es passieren wird, aber wenn, dann wäre es sehr, sehr gut."

Trump sagte, die USA seien offenen See- und Handelswegen verpflichtet. Am Vorabend hatte er Vietnam angeboten, im Streit um das Südchinesische Meer zu vermitteln. Er sei ein sehr guter Vermittler, sagte Trump.

Zum Thema Handel wiederholte Trump seine Positionen, die USA wollten faire und gegenseitige Abkommen. "Wir wollen keine Stellvertreter oder Satelliten, sondern souveräne und freie Staaten", sagte er. Er begrüße, dass Vietnam seine Märkte für US-Produkte öffne.

Mehrere Wirtschaftsabkommen mit Vietnam unterzeichnet

Trump war am Sonntag von Tran in seinem Palast mit einer feierlichen Zeremonie begrüßt worden. Die beiden posierten vor einer Büste von Ho Chi Minh, dem früheren vietnamesischen Revolutionär und kommunistischen Politiker, Premierminister und Präsidenten.

Trump sagte, bilaterale Handelsbeziehungen zwischen den USA und Vietnam würden "Milliarden über Milliarden" US-Dollar bringen. Beide Länder unterzeichneten mehrere Wirtschaftsabkommen, das meiste davon sind Absichtserklärungen.

Am Morgen wurde die bekannte vietnamesische Popsängerin Mai Khoi von der Polizei in ihrem Haus festgesetzt. Sie hatte mit einem Plakat gegen Trump protestiert.

Trump beendet am frühen Nachmittag (Ortszeit) seinen Besuch in Vietnam und reist weiter auf die Philippinen. In Manila nimmt er am Abend an einem Galadinner der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten teil. Die Philippinen sind der letzte Stopp seiner Asienreise.

(das/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Russland-Affäre: Donald Trump stellt sich nun doch hinter die US-Geheimdienste


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.