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Russland
Moskau warnt vor neuem Finanzcrash wie 1998

Moskau. Die russische Regierung hat ihre Bürger auf weitere wirtschaftliche Entbehrungen im Wahljahr 2016 vorbereitet. Einsparungen seien nötig, damit Russland nicht noch einmal einen Finanzcrash erlebe wie 1998.

Das sagte Finanzminister Anton Siluanow am Mittwoch der Nachrichtenagentur Tass. "Unsere Aufgabe ist es, den Haushalt mit den neuen Realitäten in Einklang zu bringen. Wenn wir das nicht tun, dann passiert das gleiche wie 1998 und 1999, als die Leute durch die Inflation für das bezahlten, was wir versäumt hatten."

Russland hatte damals den Rubel abgewertet und seine Schulden nicht mehr bedienen können. Die Inflation stieg auf rund 85 Prozent. Diesmal ist die Lage nicht ganz so verzweifelt, weil Russland kaum Schulden hat, doch die Wirtschaft stöhnt unter dem dramatischen Verfall der Öl- und Gaspreise.

Auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte vor falschen Versprechungen für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Wenn der Ölpreis weiter falle, müsse die Regierung Konsequenzen ziehen, sagte er bei einer Konferenz in Moskau. "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten, so wie das auch andere Länder tun."

Im September wird in Russland ein neues Parlament gewählt. Die Zustimmungswerte der Regierungspartei Einiges Russland von Präsident Wladimir Putin sind bereits jetzt weit niedriger als die des Staatschefs selbst. Wegen der schlechten Wirtschaftslage sehen Beobachter auch wenig Spielraum für irgendwelche Wahlgeschenke an die Bürger. 2011 hatte Einiges Russland noch eine Mehrheit gewonnen. Die Wahl war aber überschattet von Betrugsvorwürfen, die Straßenproteste nach sich zogen.

(felt/ap)
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