Nach Rückzieher der USA: Russland stellt keine Raketen in Kaliningrad auf
zuletzt aktualisiert: 19.09.2009 - 13:37Moskau (RPO). Die russischen Streitkräfte verzichten auf die Stationierung von Raketen nahe der polnischen Grenze in Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Damit reagiert die ehemalige Großmacht auf den amerikanischen Verzicht der Stationierung eines Raketenabwehrschilds in Osteuropa.
Das erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister Wladimir Popowkin am Samstag. Die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, auf die Raketenabwehr-Stützpunkte in Polen und Tschechien zu verzichten, habe die geplante Aufstellung der Kurzstreckenraketen vom Typ Iksander überflüssig gemacht, sagte Popowkin dem russischen Sender Echo Moskau.
"Die Vernunft hat über den Ehrgeiz gesiegt", sagte er zu Obamas Entscheidung. "Natürlich werden wir die Gegenmaßnahmen zurücknehmen, die Russland als Reaktion geplant hatte." Das noch von Obamas Vorgänger George W. Bush gestartete Vorhaben hatte das Verhältnis zwischen Washington und Moskau erheblich belastet
Seit Obamas Bekanntgabe des Verzichts am Donnerstag hatte es mehrere entsprechende Signale aus Moskau gegeben. Popowkins Erklärung am Samstag war aber die bislang klarste Aussage der russischen Regierung in dieser Angelegenheit.
Obama hatte am Donnerstag erklärt, die in Polen und Tschechien geplanten Stützpunkte würden an andere Orte verlegt; zudem sollen Raketenabwehrsysteme auf Schiffen installiert werden. Details zur Neuaufstellung des Raketenabwehrschildes nannte er nicht. Der russische Präsident Dmitri Medwedew nannte Obamas Entscheidung einen "verantwortungsvollen Schritt". Beide Politiker treffen in der kommenden Woche bei der UN-Vollversammlung in New York und dem G-20-Gipfel in Pittsburgh zusammen.
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