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Kaukasus-Konflikt: Russland verspottet den Westen

zuletzt aktualisiert: 28.08.2008 - 15:19

Paris (RPO). Der Ton in der Kaukasus-Krise wird immer schärfer. Die Europäische Union (EU) prüft nun Sanktionen gegen Russland, das nur eine Antwort auf die westliche Unterstützung Georgiens kennt: Spott. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Donnerstag vor Journalisten in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe: Die EU sei "einfach enttäuscht", dass ihr "kleiner Schoßhund" Georgien die "Erwartungen nicht erfüllt" habe.

"Sanktionen werden in Betracht gezogen und auch andere Mittel", erklärte zuvor der französische Außenminister Bernard Kouchner, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz innehat, am Donnerstag in Paris. Kouchner fügte hinzu, er wolle bei der Frage von Sanktionen dem Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Montag nicht vorgreifen. Zur Zeit liefen noch Gespräche mit den 26 EU-Partnerländern.

"Wir versuchen einen starken Text auszuarbeiten", sagte Kouchner. Dieser solle den Willen verdeutlichen, die Lage in Georgien nicht zu akzeptieren. Es ist das erste Mal, dass Frankreich im Kaukasus-Konflikt Sanktionen ins Gespräch bringt.

Russland testet Rakete

Inmitten der anhaltenden Spannungen mit dem Westen hat Russland eine Interkontinentalrakete getestet. Bei einem "Routinetest" sei am Donnerstag eine Interkontinental-Rakete vom Typ PC-12M Topol im nordrussischen Plessezk abgeschossen worden, sagte ein Sprecher der strategischen Streitkräfte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Damit sei Material für potenzielle Kampfeinsätze gegen Boden-Raketen getestet worden. Die Topol flog rund 6000 Kilometer und ging auf der russischen Halbinsel Kamtschatka nieder. Russland hatte die Rakete als Reaktion auf den geplanten US-Raketenschild entwickelt.

Die Einrichtung eines Raketenabwehrsystems erfordere "asymmetrische" Gegenmaßnahmen, sagte der Sprecher weiter. Dazu gehörten schwer zu ortende Raketen, deren Flugbahn kaum vorherzusagen sei. Die getestete Rakete habe gezeigt, dass sie gut geschützte Objekte präzise treffen könne. Die mobilen Topol-Raketen sind Teil des Raketenprogramms Russlands bis zum Jahr 2015.

Sie können einen Atomsprengkopf 10.000 Kilometer weit tragen. Die erste Topol-Rakete wurde 1981 abgefeuert. Der letzte Test fand im Dezember 2007 statt. Vor gut einer Woche hatten Warschau und Washington ein Abkommen unterzeichnet, das die Stationierung von zehn US-Abfangraketen in Polen erlaubt.

Russland sieht China als Partner

Russland selbst verbreitet hingegen Optimismus. Der russische Präsident Dmitri Medwedew sieht im Kaukasus-Konflikt China und die Staaten Zentralasiens auf seiner Seite. Die Unterstützung des Shanghai-Kooperationsrates (SCO) solle ein "ernsthaftes Signal" für den Westen sein, sagte Medwedew am Donnerstag in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

"Ich bin sicher, dass die einige Position der SCO-Mitgliedsstaaten internationalen Widerhall finden wird." Zum SCO gehören neben Russland und China auch Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Unter Hinweis auf eine georgische "Aggression" gegen die abtrünnige Provinz Südossetien hatte Russland am 8. August Truppen in das Konfliktgebiet geschickt.

Südossetien betrauert 1692 Tote

Die Behörden Südossetiens gaben indessen bekannt, dass nach ihren Erhebungen bei den kriegerischen Auseinandersetzungen 1692 Menschen getötet und 1500 weitere verletzt wurden. Dies sei die vorläufige Bilanz der "georgischen Angriffe", erklärte der Generalstaatsanwalt von Südossetien, Teimuras Chugajew.

Alle Infos zum Krieg am Kaukasus finden Sie in unserem Special.

Quelle: afp

 
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