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Russland
Putin lobt Geheimdienste - Pussy-Riot-Aktivistin festgenommen

Russland: Wladimir Putin lobt Geheimdienste
Der russische Präsident Wladimir Putin. FOTO: dpa, afn
Moskau. In Russland ist an die Gründung des ersten sowjetischen Geheimdienstes vor 100 Jahren erinnert worden. Es gab aber auch Proteste. Dabei wurde ein Mitglied der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot festgenommen.

Die russischen Geheim- und Sicherheitsdienste haben nach Angaben von Wladimir Putin in diesem Jahr 60 Terroranschläge in Russland verhindert. Der Präsident lobte die Arbeit der Dienste am Mittwoch, der als "Tag der Mitarbeiter der Staatssicherheitsdienste" ein Feiertag war. Russland werde weiter "Brutstätten des internationalen Terrorismus zerstören", sagte Putin vor Geheimdienstmitarbeitern. Am Sonntag hatte er sich bei US-Präsident Donald Trump telefonisch für einen Tipp des amerikanischen Geheimdienstes CIA bedankt, der eine Anschlagsserie in St. Petersburg verhindert habe.

Gegen den Feiertag rührte sich aber auch Protest. Eine Aktivistin des Punk-Kollektivs Pussy Riot und zwei Fotografen seien bei einer Protestaktion vor der Zentrale des größten russischen Geheimdienstes festgenommen worden, berichtete eine Demonstrantin. Maria Aljochinas Gefährtin Olga Borissowa sagte, sie habe zusammen mit Aljochina vor der FSB-Zentrale in Moskau ein Transparent entrollt, auf dem stand: "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Schlächter."

Sie selbst habe entkommen können, Aljochina und die Fotografen seien jedoch festgenommen worden, sagte Borissowa. Mehrere Stunden nach den Festnahmen befanden Aljochina und ein Fotograf sich noch in Polizeigewahrsam. Vor 100 Jahren wurde die Vorläuferorganisation des sowjetischen Geheimdienstes KGB gegründet.

Kurz nach der Machtübernahme in der Oktoberrevolution hatten die Boleschwiki am 20. Dezember 1917 die sogenannte Außerordentliche Kommission (Russisch: TscheKa) gegründet, die mit Terror gegen echte und vermeintliche Feinde vorging. Über die Jahrzehnte wurde die Geheimpolizei oft umorganisiert und führte Namen wie OGPU oder KGB, heute firmiert der russische Inlandsgeheimdienst als FSB.

Während Menschenrechtler in Russland auf die verhängnisvolle Tradition der Verfolgung Andersdenkender hinwiesen, stellten kremltreue Medien die Geschichte des Geheimdienstes eher positiv dar. Viele sogenannte "Tschekisten" hätten aus Überzeugung gehandelt, manche seien später dem Terror zum Opfer gefallen, sagte FSB-Chef Alexander Bortnikow der Regierungszeitung "Rossiskaja Gaseta".

(wer/dpa/AP)
 
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