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Bush in Bagdad: 75.000 Soldaten sollen die Stadt schützen: Sarkawi-Nachfolger erklärt USA blutigen Krieg

zuletzt aktualisiert: 13.06.2006 - 21:47

Bagdad (rpo). Abu Hamsa al Muhadscher, der Nachfolger des Terroristenführers Sarkawi, droht mit Anschlägen in den nächsten Tagen. Es würden Kämpfe kommen, die "die Lüge von Eurer Macht entlarven werden, die Schwäche Eurer Soldaten", erklärte er. Seine "heiligen Krieger" seien so stark wie nie. Unterdessen war US-Präsident Bush zum Kurzbesuch in Bagdad. Thema dabei war auch die Sicherheit im Irak.

Abu Hamsa al Muhadscher hat sich mit seiner Botschaft an die Welt knapp eine Woche nach dem Tod des Terroristenführers Abu Mussab al Sarkawi erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. In der am Dienstag im Internet veröffentlichten Erklärung heißt es: "Ihr Kreuzritter, was in den nächsten Tagen passieren wird, wird die Haare Eurer Kinder ergrauen lassen, Kämpfe, die die Lüge von Eurer Macht entlarven werden, die Schwäche Eurer Soldaten und Eurer Lügen."

Al Sarkawis Anhänger würden dessen Kampf fortsetzen; die "heiligen Krieger" im Irak seien stärker denn je. Die Authentizität der Erklärung konnte zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Die Al Kaida im Irak hatte Al Muhadscher am Montag als Al Sarkawis Nachfolger benannt.

Der Name, offenbar ein Pseudonym, war zuvor nicht einschlägig bekannt. Die Bezeichnung "Al Muhadscher" - arabisch für "Einwanderer" - schien darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um einen Iraker handelt. Beobachter schlossen nicht aus, dass der neue Führer der Al Kaida im Irak eine bekannte Person sein könnte, deren Identität mit einem neuen Namen vertuscht werden sollte. Al Sarkawi war am 7. Juni bei einem US-Luftangriff in Bakuba getötet worden.

Bush sichert al-Maliki die Unterstützung der USA zu

Der Tod Sarkawis dürfte auch Thema gewesen sein, als US-Präsident Bush Bagdad einen überraschenden fünfstündigen Kurzbesuch abstattete. Bush sicherte dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zu, dass die USA auch künftig an der Seite des Iraks stünden. Wenn Amerika sein Wort gebe, halte es dies auch, versicherte der Präsident. Er hatte bereits angekündigt, dass auch der Nachfolger des getöteten Terrorführers gejagt werde, wie zuvor Sarkawi.

Um in Bagdad für mehr Sicherheit zu sorgen, will die Regierung von Mittwoch an bis zu 75.000 irakische und ausländische Soldaten in der Hauptstadt stationieren, wie aus dem Innenministerium verlautete. Ministerpräsident Al-Maliki will Einzelheiten über die Sicherung Bagdads in den kommenden Tagen bekannt geben. Unter anderem sollen die Straßen nach Bagdad und aus der Stadt heraus gesichert, das Tragen von Waffen verboten und eine Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 06.00 Uhr erlassen werden.

Tatsächlich bleibt die Gefahrenlage in Bagdad brisant. Im Westen Bagdads entdeckten Polizisten am Dienstag acht Leichen, darunter die eines Polizisten. Aus einem fahrenden Auto heraus wurde ein Professor der Bagdader Universität erschossen. Aus Sicherheitsgründen waren alle Vorbereitungen zu Bushs Besuch in der Stadt derart geheim gehalten worden, dass sogar der Gastgeber selbst nichts davon gewusst haben soll.

Unter Vorwand in die Botschaft gelotst

Nach seiner Landung flog Bush mit einem Hubschrauber vom Flughafen in die stark gesicherte Grüne Zone, wo er sich in der US-Botschaft mit Al-Maliki traf. Der Ministerpräsident war unter dem Vorwand in die Botschaft geladen worden, an einer Videokonferenz des US-Präsidenten und dessen Sicherheitsberatern über die Lage im Irak teilzunehmen. Die Videokonferenz fand übrigens wie geplant statt - mit dem einzigen Unterschied, dass Bush nicht neben seinen Beratern auf seinem Landsitz Camp David, sondern neben Al-Maliki in Bagdad saß.

Bushs Aufenthalt in Bagdad sollte nur etwa fünf Stunden dauern. Der Besuch war unter strengster Geheimhaltung bereits seit einigen Wochen vorbereitet worden, sie Präsidentenberater Dan Bartlett sagte. Das Weiße Haus wartete jedoch mit der Reise bis zur Komplettierung des Kabinetts von Al-Maliki in der vergangenen Woche. Bush hatte bereits Ende 2003 am Thanksgiving Day, dem amerikanischen Erntedankfest, unter strengster Geheimhaltung die US-Truppen in Bagdad besucht.

Quelle: ap

 
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