Weltwirtschaftsforums in Davos: Sarkozy kritisiert "exzessive Profite"
zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 08:31Davos (RPO). Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums die Auswüchse des "Finanzkapitalismus" angeprangert. Die Globalisierung sei in diesem Bereich außer Kontrolle geraten, sagte er in seiner Eröffnungsrede.
Nötig seien neue internationale Regeln. Daher unterstütze er die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Bankenkontrolle. Aufgabe der Banken sei es nicht zu spekulieren, sondern die Entwicklung der Wirtschaft zu finanzieren, sagte Sarkozy.
Zugleich kritisierte er "exzessive Profite" in der Finanzbranche. Das Verhalten vieler in diesem Bereich sei "unanständig". Bei der Einführung neuer Regeln für die Finanzmärkte forderte er ein abgestimmtes Vorgehen der G-20-Staaten.
Führende Banker warnten gleichzeitig vor nationalen Alleingängen bei der Regulierung von Finanzinstituten. "Am Ende könnten wir alle die Verlierer sein, wenn wir keine effizienten Märkte mehr haben", sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
Er warnte vor einer Kapitalflucht. Einschränkungen des Bankgeschäfts führten in die Irre, da sie nur die Gefahr erhöhten, dass manche Anbieter in unregulierte Kapitalmärkte flüchteten. Dadurch sei am Ende die gesamte Weltwirtschaft gefährdet.
Barclays-Chef Bob Diamond kritisierte, die Vorstöße in den USA und Großbritannien könnten internationale Lösungen behindern. US-Präsident Barack Obama hatte vorige Woche angekündigt, das Geschäft von Banken begrenzen zu wollen.Zudem sollen die Häuser keine Hedgefonds mehr fördern oder besitzen dürfen. Die britische Regierung fordert eine einmalige Sondersteuer von 25.000 Pfund auf Banker-Boni.
Einen Tag vor der Eröffnung des Gipfels war der Sicherheitschef des Spitzentreffens, Markus Reinhardt, tot in seinem Hotelzimmer gefunden worden. Die Polizei geht von Selbstmord aus.
Nach einem Bericht des Schweizer Fernsehens habe sein Tod nichts mit der alljährlichen Veranstaltung zu tun. Wegen der zahlreichen Staatsgäste sind die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch. Mehrere tausend Polizisten und Soldaten sind eingesetzt.
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