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Staatsbesuch in Libyen: Sarkozy vereinbart Atomdeal mit Gaddafi

zuletzt aktualisiert: 26.07.2007 - 06:01
Tripolis (RPO). Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat bei seinem Staatsbesuch in Libyen ein Abkommen über die friedliche Nutzung der Atomkraft abgeschlossen. Mit dem libyschen Staatschef Muammar Gaddafi vereinbarte er bei dem Treffen in Tripolis zudem eine bessere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus, bei Forschung und Bildung sowie in Wirtschaftsfragen.

Die Zusammenarbeit sehe vor, dass Frankreich dem nordafrikanischen Land einen Atomreaktor für die Wasserentsalzung liefere, sagte der Generalsekretär des Elysée-Palastes, Claude Guéant, in Tripolis. Damit solle die Trinkwassergewinnung ermöglicht werden. Es handele sich noch um ein "Vorhaben", betonte Guéant. Es sei "noch viel Arbeit" zu tun, um die "Machbarkeit" des Projekts zu prüfen.

Der bulgarische Ministerpräsident Sergej Stanischew hatte zuvor erklärt, Sofia werde Tripolis möglicherweise Schulden in Höhe von rund 39 Millionen Euro erlassen. Dies sollte dann aber nicht als Lösegeldzahlung für die fünf freigelassenen Krankenschwestern und den Arzt, sondern als humanitäre Hilfe verstanden werden, betonte er. Rice sagte in Washington, US-Unternehmen seien sehr an einem Engagement in Libyen interessiert.

Der französische Staatschef Sarkozy und seine Frau Cécilia hatten sich intensiv um die Freilassung der Krankenschwestern und eines Arztes palästinensischer Herkunft bemüht, die schließlich in ihre Heimat zurückkehren konnten. Der Präsident hatte am Dienstag erklärt, Ziel seiner Reise sei, die Eingliederung des einstigen Paria-Staates in die internationale Gemeinschaft voranzutreiben. Sein Sprecher David Martinon nannte Libyen wegen seiner Lage einen "strategischen Gesprächspartner". Eine Zusammenarbeit bei Atomkraft stehe bei dem Treffen nicht auf der Tagesordnung. Sarkozy hatte sein Treffen mit Gaddafi von der Lösung des Dramas abhängig gemacht.

Die ursprünglich zum Tode verurteilten Krankenschwestern waren beschuldigt worden, mehr als 400 libysche Kinder vorsätzlich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. 50 davon sind an Aids gestorben. Die Angeklagten hatten erklärt, ihnen seien Geständnisse mit Folter abgepresst worden. Sie waren seit 1999 inhaftiert.

Quelle: ap

 
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