Ahmadinedschad zu Besuch in Riad: Saudi-Arabien und Iran beschwören Zusammenhalt
zuletzt aktualisiert: 04.03.2007 - 12:59Riad (RPO). Saudi-Arabien und der Iran wollen im Kampf gegen die Gewalt in Nahen und Mittleren Osten Seite an Seite stehen. Insbesondere die tödlichen Gefechte zwischen Schiiten und Sunniten im Irak müssten beigelegt werden, betonten der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der saudische König Abdullah am Sonntag nach Gesprächen in Riad.
Ahmadinedschad wurde bei seinem ersten offiziellen Besuch in Saudi-Arabien von König Abdullah persönlich am Flughafen empfangen. Die Spannungen zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen dominierten laut SPA ihre anschließenden Gespräche. Viele arabische Regierungen kritisieren die iranische Unterstützung für die Schiiten im Irak und im Libanon. In saudiarabischen Zeitungen hieß es, man hoffe, dass der Iran seine Außenpolitik überdenke und nicht gegen, sondern mit den arabischen Regierungen arbeite.
Die nunmehr bekundete Kooperationsbereitschaft des schiitischen Irans und des sunnitischen Saudi-Arabiens ist von großer Bedeutung für die Irak-Konferenz am 10. März in Bagdad. An den internationalen Beratungen über die Zukunft des Iraks sollen auch der Iran und Syrien teilnehmen, was eine Abkehr von der bisherigen US-Politik bedeutet, diese beiden Länder nicht in Gespräche einzubeziehen. Saudi-Arabien ist indessen ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten.
Mit Blick auf das iranische Atomprogramm hat Saudi-Arabien, dessen Beziehungen zum Iran wiederholt auf Eis lagen, des öfteren Bedenken geäußert. Parallel zu Ahmadinedschads Besuch in Riad berieten die fünf Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschland über eine neue Iran-Resolution. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte am Freitagabend, es gebe eine grundsätzliche Einigung. Die noch ausstehenden Punkte könnten in Kürze geklärt werden, anschließend könne mit der Formulierung des Textes begonnen werden.
Der frühere US-Präsident Bill Clinton sprach sich derweil für weitere Verhandlungen mit Teheran aus. In einem Vortrag an der Universität von Kansas warnte er zugleich vor einem etwaigen Angriff auf den Iran. Niemand könne sicher sein, ob ein Militäreinsatz Erfolg haben und das iranische Atomprogramm tatsächlich zerstören könne. Washington hat im Atomstreit mit Teheran auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen.
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