Merkel erörtert Krise mit Ban: Schäuble: Deutsche Helfer für Birma sind abflugbereit
zuletzt aktualisiert: 10.05.2008 - 17:50Berlin (RPO). Notfalls auch gegen den Willen der in Birma herrschenden Militärdiktatur will die Bundesregierung Hilfslieferungen für die Opfer des Zyklons "Nargis" auf den Weg bringen. Möglich wäre eine Versorgung der Menschen aus der Luft. Nach Angaben von Innenminister Wolfgang Schäuble sind Helfer schon jetzt bereit zum Abflug.
Seit dem Wüten des Zyklons "Nargis" am vergangenen Wochenende in Birma spitzt sich die Lage der Menschen immer stärker zu. Noch immer konnten nicht alle Toten geborgen werden, mehr als 40.000 Menschen gelten als vermisst. Zahllose Menschen verloren ihre Häuser, müssen ohne sauberes Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung auskommen. Durch das verschmutzte Wasser steigt die Seuchengefahr.
Dennoch weigert sich die Militärregierung noch immer, mit dem Ausland zu kooperieren, um den Opfern zu helfen. Katastrophenhelfer aus dem Ausland dürfen das Land nicht betreten, Hilfslieferungen werden an der Grenze beschlagnahmt und teils von Offizieren der Junta gestohlen. Trotz der dramatischen Lage des Landes bestehen die Militärs auf einem Referendum am Samstag, dass ihre Macht weiter untermauern soll.
"Die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung und das Recht, Menschen in Not zur Seite zu stehen, auch wenn die eigene Regierung sich dagegen sträubt", sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Sie unterstütze die Initiative des französischen Außenministers Bernard Kouchner, durch Einschaltung des UN-Sicherheitsrats "Druck auf die Regierung in Myanmar auszuüben". Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte der Zeitung: "Wenn normale Spendenorganisationen wie die Welthungerhilfe es nicht schaffen, muss gegebenenfalls auch über einen Beschluss der Vereinten Nationen nachgedacht werden".
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) erklärte im Gespräch mit der F.A.S., Deutschland sei auf einen komplexen humanitären Soforthilfeeinsatz vorbereitet. Die Helfer vom Technischen Hilfswerk seien "abflugbereit".
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erörterte am Samstag in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die derzeitige Krise in Birma. Nach Angaben des Bundespressamts bestärkte Merkel Ban darin, "sich weiterhin intensiv um Kontaktaufnahme mit der Regierung von Myanmar und den Nachbarn in der Region zu bemühen, um Hilfslieferungen in das Katastrophengebiet zu ermöglichen". Beide bezeichneten demnach die Weigerung der Regierung zu einer umfassenden Zusammenarbeit mit den internationalen Hilfsorganisationen als "unakzeptabel".
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