Abschiebung "wahrscheinlicher denn je": Schalom: "Arafat ist ein Terrorist"
zuletzt aktualisiert: 09.09.2004 - 08:57Jerusalem (rpo). Der israelische Außenminister Silvan Schalom hat den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat als Terroristen bezeichnet. Eine Abschiebung Arafats ist laut Schalom wahrscheinlicher denn je. Unterdessen griff die israelische Armee am Donnerstag wieder mutmaßliche militante Palästinenser im Gazastreifen an.
Schalom äußerte sich am Mittwochabend in einer Rede vor Mitgliedern seiner Likud-Partei. Seine Rede wurde am Donnerstag in Ausschnitten im Rundfunk verbreitet. Zuvor hatte Verteidigungsminister Schaul Mofas bekräftigt, dass die Regierung prinzipiell an ihren Plänen zur Vertreibung Arafats festhalte, auch wenn es dazu derzeit keine konkreten Pläne gebe. Schalom sagte: "Für Arafat ist kein Platz unter uns, und der Tag wird kommen, an dem wir ihn von diesem Land an einen anderen Ort bringen, und dieser Tag ist näher denn je. Arafat ist ein Terrorist. Arafat ist keine Person, mit der wir reden sollten."
Bei der Militäraktion im nördlichen Gazastreifen feuerte ein israelischer Hubschrauber zwei Raketen auf bewaffnete Palästinenser. Dabei wurden nach Krankenhausangaben drei Menschen verletzt. Die israelische Armee erklärte, die Männer hätten Gewehre und Panzerfäuste mit sich geführt. Darüber hinaus hätten sie versucht, Bomben zu legen. Der Zwischenfall ereignete sich am Rand des Flüchtlingslagers Dschebalija. Die Soldaten hätten es nicht betreten, erklärte die Armee.
Augenzeugen zufolge rückten Panzer langsam in Richtung Dschebalija vor, wo 100.000 palästinensische Flüchtlinge leben. Daraufhin hätten sich Bewaffnete versammelt, um die Israelis zu stoppen.
Trotz der am Mittwoch begonnenen Militäraktion hätten Extremisten im Verlauf des Tages acht Kassam-Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert, erklärten die Streitkräfte. Verletzt wurde niemand. Der Beschuss der Orte war eine Vergeltung für einen israelischen Luftangriff vom Dienstag, bei dem 14 Mitglieder der radikalen Organisation Hamas getötet wurden.
In Jericho im Westjordanland erschossen israelische Soldaten am Mittwoch einen bewaffneten Palästinenser. Zwei weitere wurden verletzt, wie aus israelischen Militärkreisen verlautete. Die drei Männer hätten das Feuer auf die Soldaten eröffnet, als diese einen der Palästinenser festnehmen wollten. Die beiden Verletzten wurden in ein israelisches Krankenhaus eingeliefert.
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