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Partei kämpft nach Haiders Tod ums Überleben: Schicksalswahl für rechtspopulistisches BZÖ in Kärnten

zuletzt aktualisiert: 01.03.2009 - 15:05

Wien (RPO). Bei den Landtagswahlen im österreichischen Bundesland Kärnten geht es für das rechtspopulistische Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) um das politische Überleben. Landesobmann Jörg Haider war im vergangebnen Oktober ums Leben gekommen. Die BZÖ kann es sich nicht leisten, aus dem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der sozialdemokratischen SPÖ nur als zweitstärkste Kraft hervorzugehen.

Die größte Gefahr für die Rechtspopulisten war die noch weiter rechts ausgerichtete Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), von der Haider 2005 im Streit das BZÖ abgespalten hatte. Ihr sagten die Umfragen wie den Grünen zwar nur um die sechs Prozent voraus, aber sie könnte künftig die Wählerschaft eines in Kärnten geschwächten BZÖ absorbieren.

Bundesweit liegt die FPÖ deutlich vorn: Sie hatte bei der Parlamentswahl im vergangenen September 18 Prozent der Stimmen erhalten, das BZÖ elf Prozent. Haider hatte daraufhin noch eine mögliche Zusammenarbeit ins Gespräch gebracht, mit seinem Tod kam dem BZÖ dann aber auch noch die Führungsfigur abhanden. Im Oktober war Haider betrunken mit seinem Wagen gegen einen Betonpfeiler gerast und tödlich verunglückt.

Letzte Umfragen vor der Wahl sahen das BZÖ bei 38 Prozent der Stimmen knapp hinter der SPÖ mit 39 Prozent. Der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP), die mit BZÖ und SPÖ derzeit die Regierung in Kärnten stellt, wurden zwölf Prozent der Stimmen vorausgesagt. Der Kärntner SPÖ-Chef Reinhard Rohr gab sich bei der Stimmabgabe siegesgewiss: "Ich hoffe, dass wir auf der Überholspur ins Ziel gehen", sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Bei den Landtagswahlen im Jahr 2004 hatte Haiders damalige Partei FPÖ als stärkste Kraft 42,4 Prozent der Stimmen erhalten. Dörfler musste als Haiders Nachfolger im Amt des Landeshauptmanns dessen politisches Vermächtnis schultern, das nicht nur aus dem Schatten des noch immer überaus populären ehemaligen Landesvaters besteht, sondern auch in einer Verschuldung des gerade einmal 500. 000 Einwohner zählenden Bundeslandes von zwei Milliarden Euro. Zudem leidet Kärnten unter einer mehr als drei Mal so hohen Arbeitslosigkeit wie im restlichen Österreich. Das Thema dominierte dann auch den Wahlkampf.

Auch im Bundesland Salzburg wurde am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Dort wollte die SPÖ mit der Landeshauptfrau Gabi Burgstaller ihr Rekordergebnis der Wahl aus dem Jahr 2004 von 45,4 Prozent verteidigen. Die ÖVP war auf 37,9 Prozent gekommen. Damals hatte die SPÖ von einem Einbruch der rechtspopulistischen FPÖ profitiert, der jetzt jedoch wieder Gewinne vorausgesagt worden waren.

Der Wahllokale sollten in beiden Bundesländern um 17.00 Uhr schließen, das vorläufige Ergebnis wurde für 20.30 Uhr erwartet.

Quelle: AFP

 
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