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Schlacht um Aleppo
Rebellen bringen Regierungstruppen in Bedrängnis

Schlacht um Aleppo: Rebellen bringen Regierungstruppen in Bedrängnis
Das Schlachtfeld Aleppo aus der Luft. FOTO: afp
Aleppo. Aleppo gilt als wichtigstes Schlachtfeld in Syrien und als Symbol für den seit 2011 andauernden verheerenden Bürgerkrieg. Der Kampf um die Metropole wütet in unverminderter Härte weiter. Die syrische Regierung versuchte am Sonntag mit einer Serie von Luftangriffen, die vorrückenden islamistischen Rebellen wieder zurückzudrängen.

Kampfjets hätten Fahrzeuge von Rebellen beschossen und eine Militärakademie zerstört, nachdem die Aufständischen sie eingenommen hätten, berichteten die staatliche Nachrichtenagentur Sanaa und die medialen Sprachrohre der auf Seiten der Regierung kämpfenden Hisbollah-Miliz.

Am Samstag war es dem Islamisten-Bündnis Dschaisch al-Fatah gelungen, den Belagerungsring der Regierungstruppen um Aleppo zu durchbrechen. Auch die Hisbollah-Medien gestanden die Geländegewinne am Sonntag ein. Die Rebellen veröffentlichten Videos von Bewohnern des bisher belagerten Viertels Ramuse, die sich mit den von außerhalb Aleppos kommenden Kämpfern in die Arme fielen.

Auf Rebellenseite war unter anderem die ehemalige Nusra-Front beteiligt, die sich mittlerweile Eroberungsfront der Levante nennt. Die Kämpfer vertrieben die Regierungstruppen in einem erbitterten Straßenkampf aus mehreren Militärakademien, einer Lagerhalle und einem Teil der Autobahn bei Ramuse, wo seit einer Woche heftig gekämpft wurde. Die Eroberungsfront der Levante postete Bilder von gepanzerten Fahrzeugen und Munition, die sie in den Militärakademien geplündert haben will. Rami Abdurrahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens 700 Toten auf beiden Seiten innerhalb der vergangenen Woche.

Rebellen könnten Versorgung in Regierungsgebiet abschneiden

Die syrischen Regierungstruppen hatten Mitte Juli die einzige Straße in die Rebellengebiete des geteilten Aleppo erobert und damit rund 300.000 Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Durch ihren Vorstoß in Ramuse könnten die Rebellen möglicherweise bald ihrerseits eine Autobahn blockieren und damit 1,2 Millionen Menschen in den Regierungsgebieten von Aleppo von einer wichtigen Versorgungsroute abschneiden. Abdurrahman sagte, die Preise für Lebensmittel in Regierungsvierteln seien bereits gestiegen.

In den belagerten Rebellengebieten fehlt es ohnehin am Notwendigsten.
Eine Ärztin, die dort lebt, sagte der Nachrichtenagentur AP, sie habe von einem Lkw mit Gemüse gehört, der nach dem Vormarsch der Rebellen bis in ihr Viertel durchgekommen sei. Alle Waren seien aber offenbar schnell ausverkauft gewesen. Hilfsorganisationen warnen seit Wochen vor einer humanitären Katastrophe in Aleppo.

Ein Rebellenkämpfer sagte in einem Onlinevideo, nach dem Vorstoß in Ramuse beginne die Befreiung von ganz Aleppo. Ein Bündnis von Rebellengruppen aus der Stadt, denen auch moderate Kräfte angehören, erklärte, alle, die ihre Waffen fallen ließen und in Rebellenviertel Aleppos kämen, seien dort sicher.

(felt/ap/dpa)
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