Rüstungslobbyist in Kanada in Haft: Schreiber scheitert mit Widerspruch gegen Auslieferung
zuletzt aktualisiert: 10.05.2007 - 18:44Augsburg/Toronto (RPO). Die Auslieferung des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber rückt näher: Schreiber ist in Kanada mit einem Widerspruch gegen seine Auslieferung gescheitert. Er bleibt allerdings in Kanada vorübergehend noch in Haft.
Das bestätigte seine Frau Bärbel der Nachrichtenagentur ddp am Donnerstag in Toronto. Schreiber selbst bleibt vorübergehend in Haft, ließ aber durch seine Frau ausrichten, dass er "noch heute Berufung beim Supreme-Court einreichen" werde. Der Supreme-Court ist das höchste kanadische Gericht. Schreiber wehrt sich bereits seit Jahren gegen die Versuche der Augsburger Justiz, ihn in Deutschland wegen Korruptionsvorwürfen zur Verantwortung zu ziehen.
Der Chef der Augsburger Staatsanwaltschaft, Reinhard Nemetz, sagte in einer ersten Stellungnahme: "Das ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und die heißt Auslieferung." Auf eine Prognose, wann Schreiber nun tatsächlich wegen im Zusammenhang mit Fuchs-Spürpanzer- und Airbus-Vermittlungsgeschäften angeblich gezahlten Bestechungsgeldern in Augsburg vor Gericht stehen wird, wollte sich der Chefankläger allerdings nicht einlassen.
Alle Gerichtsentscheidungen in den zurückliegenden acht Jahren hätten gegen Schreiber und pro Auslieferung gelautet, sagte Nemetz. "Die gerichtlichen Niederlagen Schreibers nützen uns allerdings alle nichts, so lange sich daran nicht die Auslieferung knüpft", betonte er. Er hoffe nun auf eine schnelle Auslieferung.
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