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Terrorverdacht
Schwager von "Charlie Hebdo"-Attentäter in Frankreich in Haft

Schwager von "Charlie Hebdo"-Attentäter in Frankreich in Haft
Mourad Hamyd am 10. Juli 2016 in Bukgarien. FOTO: dpa, bo bjw
Paris. Der Schwager eines der "Charlie Hebdo"-Attentäter ist von Bulgarien an Frankreich überstellt und dort in Untersuchungshaft genommen worden.

Ein Anti-Terror-Richter habe gegen Mourad Hamyd ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet, hieß es am Samstagabend aus französischen Justizkreisen. Der 20-Jährige soll versucht haben, sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Am Freitag war er aus Bulgarien nach Paris gebracht worden.

Nach dem islamistischen Anschlag der Brüder Chérif und Said Kouachi auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" am 7. Januar 2015 in Paris waren Gerüchte kursiert, Hamyd sei an dem Mord an zwölf Menschen beteiligt gewesen. Er stellte sich daher der Polizei, nach 48 Stunden kam er wieder frei. Hamyds Schwester Izzana war die Frau von Chérif Kouachi, der wie sein Bruder nach dem "Charlie Hebdo"-Anschlag von der Polizei erschossen wurde.

Türkei verweigerte Franzosen die Einreise

Bei dem nun eingeleiteten Ermittlungsverfahren geht es um eine Auslandsreise von Hamyd, die ihn nach Auffassung der Ermittler zum IS im Bürgerkriegsland Syrien führen sollte. Hamyd war am 26. Juli in Bulgarien eingetroffen, zwei Tage später versuchte er, in die Türkei zu gelangen. Die türkischen Behörden verweigerten dem 20-jährigen französischen Studenten allerdings die Einreise.

In Bulgarien wurde Hamyd daraufhin in ein Abschiebezentrum gebracht. Da Frankreich ihn mit europäischem Haftbefehl suchte, wurde er in sein Heimatland überstellt. Am Freitagabend traf der 20-Jährige, der seiner Überstellung zugestimmt hatte, am Pariser Flughafen Roissy ein.

Hamyd beteuert, dass er "keinerlei Verbindung" zum IS und es sich bei seiner Reise schlicht um "Tourismus" gehandelt habe. Seine Reiseroute wirft allerdings Fragen auf. Er fuhr mit dem Zug über Ungarn und Serbien nach Bulgarien.

Diese Route werde "üblicherweise von dschihadistischen Freiwilligen genommen, die sich dem Islamischen Staat in Syrien oder dem Irak anschließen wollen", heißt es in dem Haftbefehl gegen Hamyd, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte. Erste Auswertungen seines Computers hätten außerdem ergeben, dass er "wiederholt und in jüngster Zeit Seiten mit dschihadistischem Ton und mit Bezug zu Syrien aufgerufen" habe.

Schwester meldete "beunruhigendes Verschwinden" 

Vor seiner Abreise aus Charleville-Mézières im nordfranzösischen Département Ardennes hatte Hamyd seiner Familie gesagt, er fahre nach Marokko. Eine seiner Schwestern meldete der Polizei aber sein "beunruhigendes Verschwinden". Aus Polizeikreisen hieß es, Hamyd sei bereits im August 2014 von den Behörden als Gefahr für die staatliche Sicherheit eingestuft worden.

Seit den islamistischen Anschlägen vom 13. November in Paris, bei dem 130 Menschen getötet wurden, sind die französischen Sicherheitsbehörden in erhöhter Alarmbereitschaft. Der Ausnahmezustand wurde verhängt und bereits mehrfach verlängert.

(das/AFP)
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