Nahost: Schwere Kämpfe in Libanon und Gaza
zuletzt aktualisiert: 21.05.2007 - 11:08Beirut (RPO). Der Nahe Osten versinkt in Chaos und Gewalt. Im Norden des Libanon liefern sich Sicherheitskräfte und radikalislamische Aufständische blutige Gefechte. Bei den Kämpfen wurde auch ein Hauptverdächtiger der fehlgeschlagenen Kofferbombenanschlägen in Deutschland getötet. Im Gazastreifen intensiviert Israel unterdessen mit Flugzeugen und Panzern seine Angriffe auf palästinensische Extremisten.
Tatort Libanon: Hunderte libanesische Soldaten haben mit Panzern das Flüchtlingslager Nahr el Bared umstellt, in dem sich das Hauptquartier der Gruppe Fatah Islam befindet, und feuerten mit Artillerie. Die Extremisten schossen mit Mörsergranaten zurück. Die Kämpfe hatten am Sonntag begonnen. Ihnen fielen nach offiziellen Angaben mindestens 27 Soldaten und 20 islamische Kämpfer zum Opfer.
Unter den Opfern befindet sich auch ein Verdächtiger der fehlgeschlagenen Kofferbombenanschlägen in Köln und Koblenz. Wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, handelt es sich um Saddam El Hajdib, die Nummer vier der islamistischen Splittergruppe Fatah Islam und Bruder eines in Deutschland inhaftierten Verdächtigen.
El Hajdib ist der Bruder des in Deutschland inhaftierten Youssef Mohamed El Hajdib und ein Cousin von Khaled Khair Eddin El Hajdib, der in Beirut wegen des versuchten Anschlags vor Gericht steht. In dem Prozess sind drei weitere Personen angeklagt, Jihad Hamad, Ayman Hawa und Khalil al Boubou, die alle im Libanon inhaftiert sind.
Die Kofferbomben wurden am 31. Juli vergangenen Jahres in zwei Regionalzügen von Köln nach Hamm und Koblenz entdeckt. Nur wegen eines technischen Fehlers kam es nicht zur Explosion. Tests des Bundeskriminalamtes (BKA) ergaben, dass die Sprengsätze eine verheerende Wirkung gehabt hätten.
Tatort Gaza: Die israelische Luftwaffe hat am Montagmorgen ihre Luftangriffe auf Ziele in der Stadt Gaza fortgesetzt. Dabei wurde nach palästinensischen Angaben ein Hamas-Kämpfer getötet. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas rief zu internationalem Druck auf, um die Angriffe zu stoppen, bei denen seit vergangener Woche 36 Menschen ums Leben kamen.
Am Sonntagabend feuerte die Luftwaffe eine Rakete auf das Haus eines Hamas-Abgeordneten in Gaza ab. Dabei wurden nach Klinikangaben mindestens acht Menschen getötet und 13 verletzt. Der Abgeordnete Chalil al Haja befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in dem Haus. Bei allen Opfern handelt es sich um Verwandte und Nachbarn, wie die Frau des Abgeordneten mitteilte. Die Hamas drohte Israel mit Vergeltung.
Die Angriffe sollen sich nach israelischen Angaben auf die Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad richten, die für die Eskalation der Gewalt verantwortlich seien. Für den Fall, dass es damit nicht gelinge, die Raketenangriffe auf israelisches Territorium zu stoppen, kündigte das Sicherheitskabinett "drastischere Maßnahmen" an. Eine Bodenoffensive im Gazastreifen wurde laut einem Regierungsvertreter nicht beschlossen.
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