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161 Festnahmen: Sechs Tote bei Anschlägen auf pro-amerikanische Politiker in Irak

zuletzt aktualisiert: 20.11.2003 - 11:46

Bagdad (rpo). Mindestens sechs Menschen sind bei zwei neuen Bomben-Anschlägen auf pro-amerikanische Poltiker im Irak ums Leben gekommen.

Vier Personen wurden am Donnerstag bei einer Explosion vor dem Büro der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) getötet. Zahlreiche weitere wurden verletzt, wie ein Sprecher mitteilte. Der Vorsitzende der PUK, Dschalal Talabani, steht derzeit dem irakischen Regierungsrat vor. Bei einem Autobombenanschlag in Ramadi vor dem Haus eines sunnitischen Politikers kamen nach Krankenhausangaben zwei Menschen ums Leben, darunter ein Kind.

Scheich Amer Ali Suleiman, vor dessen Haus der Sprengsatz am Mittwochabend detonierte, wurde nach Angaben seiner Familie nicht verletzt. Suleiman ist Mitglied des Stadtrates und arbeitet mit der US-Verwaltung in Irak zusammen. Ramadi, rund 100 Kilometer westlich von Bagdad, liegt im so genannten Sunnitischen Dreieck, in dem der Aufstand gegen die US-Truppen am stärksten ist.

In Basra wurde ein Vertreter der Assyrischen Demokratischen Bewegung getötet, wie die Partei mitteilte. Das Stadtratsmitglied wurde den Angaben zufolge am Dienstag entführt, einen Tag später wurde seine Leiche entdeckt. Im Norden Iraks nahmen die Streitkräfte am Mittwoch 161 Verdächtige fest. Unter ihnen befindet sich den Angaben zufolge auch ein Mitglied der extremistischen Gruppe Ansar el Islam, die Verbindungen zur El Kaida haben soll. Mit Blick auf eine Schießerei vor zwei Tagen forderte Japan die Koalitionstruppen zur Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen vor seiner Botschaft in Bagdad auf.

Die russische Regierung regte eine internationale Konferenz zur politischen Zukunft Iraks an, ähnlich der Afghanistan-Konferenz vor zwei Jahren auf dem Petersberg bei Bonn. Außenminister Igor Iwanow erklärte, eine Einigung auf einer solchen Konferenz sei von der internationalen Gemeinschaft getragen. Der stellvertretende russische UN-Botschafter, Gennadi Gatilow, ergänzte, eine solche Konferenz unter Beteiligung aller irakischer Gruppen solle "ohne größeren Verzug" stattfinden. Sie könne innerhalb von eineinhalb Monaten organisiert werden.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sprach sich unterdessen für eine starke Beteiligung der NATO beim Wiederaufbau in Irak aus. Dies sei durchaus vorstellbar, allerdings nicht sehr wahrscheinlich, da das Bündnis bereits die Verantwortung für das Kommando der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan trage, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Washington.

UN-Hilfsprogramm wird an Koalitionstruppen übergeben

Der Leiter des Humanitären Programms der Vereinten Nationen für Irak stellte derweil dem Weltsicherheitsrat seinen Abschlussbericht vor. Im Rahmen der Aktion "Öl für Lebensmittel" sei Rohöl im Wert von 65 Milliarden Dollar exportiert worden, im Gegenzug seien für 31 Milliarden Dollar Nahrungsmittel und medizinische Hilfslieferungen an die irakische Bevölkerung gegangen, sagte Benon Sevan am Mittwoch in New York. Hilfslieferungen im Wert von 8,2 Milliarden seien noch in Vorbereitung. Die Aktion, die am Samstag von den Besatzungstruppen übernommen wird, war im Dezember 1996 ins Leben gerufen worden, um die irakische Bevölkerung während der von den UN verhängten Sanktionen zu unterstützen. Vor dem Irak-Krieg wurde das Programm im März ausgesetzt, es soll nach Angaben der Streitkräfte bis Juni weitergeführt werden.


 
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