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Anschlag in Afghanistan
Selbstmordattentäter reißt fünf Menschen mit in den Tod

Selbstmordanschlag in Kabul: Attentäter reißt fünf Menschen mit in den Tod
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Selbstmordanschlag vor der Bank in Kabul. FOTO: ap, RG
Kabul. In Kabul hat sich ein Mann in die Luft gesprengt. Es war der zweite schwere Anschlag innerhalb einer Woche in der afghanischen Hauptstadt. Diesmal traf es Menschen, die in einer Bank anstanden.

Bei einem Anschlag nahe der US-Botschaft in Kabul hat ein Selbstmordattentäter am Dienstag mindestens fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben des Innen- und des Gesundheitsministeriums wurden bei dem Attentat außerdem mehrere Menschen verletzt. Der Sprengsatz explodierte vor einer Privatbank, die Gehälter an Sicherheitskräfte und Regierungsbeamte auszahlt. Die Fassade der Kabul-Bank wurde durch die Wucht der Detonation zerstört.

Die Explosion traf eine belebte Einkaufsstraße der afghanischen Hauptstadt, in der sich Banken und Geschäfte befinden. Die Straße führt zum Massud-Platz nahe der schwer gesicherten US-Botschaft in Kabuls Diplomatenviertel. In Afghanistan beginnen in einigen Tagen wichtige religiöse Feiertage. Banken sind dann besonders voll, weil viele Menschen ihre Gehälter und Boni abholen, um Opfertiere, neue Kleider und Delikatessen einzukaufen.

Die islamistischen Talibanrebellen bekannten sich zu dem Anschlag. Sie hatten den USA zuletzt gedroht, Afghanistan werde bald ein "weiterer Friedhof für diese Supermacht", sollte Washington seine Truppen nicht abziehen. Die Taliban reagierten damit auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Militärpräsenz der USA am Hindukusch auszubauen.

Erst vor vier Tagen hatten Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Kabul eine schiitische Moschee überfallen, mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt.

(wer/afp/dpa)
 
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