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Afghanistan Dschirga
  Foto: AP, APN
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Afghanistan: Selbstmordanschlag nahe der Friedensversammlung

zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 - 08:37

Kabul (RPO). Kurz nach Beginn der mit Spannung erwarteten Friedensversammlung in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich laut Polizei ein Selbstmordattentäter nur wenige hundert Meter von dem Konferenzort entfernt in die Luft gesprengt.

Der Zugang zur Friedensdschirga wird schwer bewacht.  Foto: AP, AP
Der Zugang zur Friedensdschirga wird schwer bewacht. Foto: AP, AP

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gab es außer dem Täter keine Toten oder Verletzte. Zuvor waren mehrere Schüsse zu hören gewesen, nachdem der afghanische Präsident Hamid Karsai seine Eröffnungsrede gehalten hatte.

Es wurde vermutet, dass ein oder mehrere Attentäter versuchten, zu dem Zelt vorzudringen, in dem sich die rund 1600 Vertreter von Politik und Gesellschaft versammelt haben. Die Taliban nehmen an der Konferenz nicht teil.

Bei der dreitägigen Konferenz geht es um Möglichkeiten zur nationalen Aussöhnung mit den Taliban. Im Mittelpunkt steht das von Geberländern mit rund 130 Millionen Euro finanzierte Friedens- und Versöhnungsprogramm. Es verheißt den Kämpfern der Aufständischen Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie Entwicklungshilfe für ihr Heimatdorf, wenn sie die Waffen niederlegen.

Die Delegierten der Dschirga haben sich in einem riesigen Zelt auf dem Gelände der Polytechnischen Universität Kabul versammelt. Karsai will dort sein Programm zur Wiedereingliederung von Taliban und anderen Aufständischen vorstellen, die mit wirtschaftlichen Anreizen zur Aufgabe bewogen werden sollen.

Die Taliban kritisieren, das Treffen diene lediglich dazu, unrealistische Pläne abzusegnen. Die Teilnehmer der Konferenz stünden im Sold der Invasoren und dienten ihren eigenen Interessen, hieß es in einer am Dienstag von den Taliban verbreiteten Erklärung. In der vergangenen Woche hatten sie in einer Botschaft allen Teilnehmern mit dem Tod gedroht.

Quelle: AFP/csr

 
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