| 19.09 Uhr

Russischer Außenminister Lawrow
"Es gibt so viele Pussies im US-Wahlkampf"

Sergej Lawrow "Es gibt so viele Pussies im US-Wahlkampf"
Der russische Außenminister Sergej Lawrow. FOTO: dpa, yk pro kde
Moskau. Das Trump-Video mit frauenfeindlichen Äußerungen ist nicht nur in den USA Gesprächsthema. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich dazu geäußert – auf überraschende Weise.

Christiane M. Amanpour vom amerikanischen TV-Sender CNN fragte den russischen Minister, was er von den skandalösen Äußerungen des konservativen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump halte. Und Sergej Lawrow hatte eine recht direkte Antwort parat: "Well, I don't know what this would… English is not my mother tongue, I don't know if I would sound decent. There are so many pussies around the presidential campaign on both sides that I prefer not to comment on this."

Auf Deutsch heißt das in etwa, dass Lawrow sich lieber nicht zu dem Vorfall äußern möchte. Es seien einfach zu viele "Pussies" auf beiden Seiten des US-Wahlkampfs. Und: Er ziehe es vor, das Video nicht kommentieren zu müssen.

Amanpour – sichtlich überrascht – bricht in Gelächter aus, in das Lawrow einstimmt. Mit einer solchen Antwort habe sie nicht gerechnet, so die Journalistin.

Das Team der Demokratin Hillary Clinton ordnet Moskau eine andere Rolle zu: Das Team der US-Präsidentschaftskandidatin verschärfte die Vorwürfe, Russland greife mittels Cyberangiffen in den Wahlkampf ein. Es gebe den Versuch Moskaus, die Abstimmung zugunsten des republikanischen Kandidaten zu beeinflussen, sagte Clintons Wahlkampfmanager John Podesta.

Podestas eigenes E-Mail-Konto war gehackt worden. Die russische Regierung bestritt erneut, hinter den Cyberangriffen zu stecken. Podesta bezeichnete es als "seltsamen Zufall", dass Mails von seinem Account kurz nach der Publikation eines Videos mit vulgären Sprüchen Trumps über Frauen an die Öffentlichkeit gelangt seien.

Dies sei eine "Gegenmaßnahme gewesen, um zu versuchen, die öffentliche Aufmerksamkeit von den verabscheuungswürdigen Dingen abzulenken", die Trump in dem Video gesagt habe.

Lawrow sagte am Mittwoch in dem CNN-Interview, die Vorwürfe seien zwar "schmeichelhaft", aber haltlos. Es gebe dafür "keinerlei Beleg". Vielmehr sollten sie "Hysterie" erzeugen und die "öffentliche Meinung manipulieren", um so die Aufmerksamkeit vom Inhalt der veröffentlichten Dokumente abzulenken.

Mit Agenturmaterial

(felt)
 
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