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Vereinte Nationen
Sicherheitsrat stimmt für Guterres als neuen UN-Generalsekretär

Sicherheitsrat stimmt für Guterres als neuen UN-Generalsekretär
António Guterres im Dezember 2015 in Genf. FOTO: rtr
New York. Der UN-Sicherheitsrat hat sich offiziell für den früheren portugiesischen Regierungschef António Guterres als neuen UN-Generalsekretär ausgesprochen.

Nach einem informellen Votum für Guterres am Mittwoch bestätigte der Sicherheitsrat die Entscheidung am Donnerstag in New York offiziell mit einer entsprechenden Resolution, wie Diplomaten vor Ort mitteilten. Nun muss die Entscheidung noch von der aus allen 193 UN-Mitgliedstaaten bestehenden Vollversammlung bestätigt werden, was aber als sicher gilt.

Guterres hat seine Nominierung mit "Demut und Dankbarkeit" zur Kenntnis genommen. Dankbarkeit spüre er für den "vorbildlich transparenten und offenen" Auswahlprozess beim Sicherheitsrat, sagte er. Mit Demut wolle er "die riesigen Herausforderungen" angehen, "die uns erwarten". Er wolle vor allem den "verwundbarsten" Menschen dienen, unter anderem den Opfern von Terrorismus, Konflikten und Armut, kündigte der 67-Jährige in einer ersten Reaktion auf seine Nominierung vor Journalisten im portugiesischen Außenministerium an.

Guterres betonte unterdessen auch, im Amt sei bis Jahresende noch Ban Ki Moon. Der Portugiese rief daher dazu auf, alles zu tun, damit die Amtszeit des Südkoreaners "erfolgreich zu Ende" geführt wird.

Für Guterres sprechen unter anderem seine große Erfahrung innerhalb der Vereinten Nationen und seine Bilanz als Reformer. Er war nach seiner Amtszeit als portugiesischer Regierungschef (1995 bis 2002) zehn Jahre lang UN-Flüchtlingskommissar. In dieser Zeit reduzierte er den in Genf ansässigen Verwaltungsapparat des UNHCR um ein Drittel und steigerte die Flexibilität der Organisation bei der Reaktion auf internationale Krisen.

Der Portugiese wird der erste frühere Regierungschef an der Spitze der UNO. Der UN-Generalsekretär steht einem Apparat von weltweit 44.000 Mitarbeitern vor und spielt auch eine politische Rolle, indem er beispielsweise Krisengebiete bereist, mit Spitzenpolitikern zusammenkommt und innerhalb der Weltorganisation eigene politische Schwerpunkte setzt.

Der derzeitige UN-Generalsekretär, der Südkoreaner Ban Ki Moon, scheidet zum Jahresende nach zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen aus dem Amt. In den vergangenen Monaten hatte es auch Bestrebungen gegeben, mit dem Posten erstmals eine Frau zu betrauen.

(afp/jeku)
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