Nach dem Mord im Libanon: Sicherheitsrat will Hariri-Tribunal einsetzen
zuletzt aktualisiert: 22.11.2006 - 08:19New York (RPO). Ein internationales Tribunal soll nach dem Willen des Weltsicherheitsrats den Mord an dem ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri untersuchen. Zugleich verurteilte der Sicherheitsrat einstimmig die Ermordung des libanesischen Industrieministers Pierre Gemajel. Gemajel war am Dienstag in Beirut erschossen worden. Er war wie Hariri ein Kritiker Syriens.
Der Sicherheitsrat äußerte sich besorgt über die möglichen Folgen des Attentats für die Bemühungen um eine Stabilisierung des Libanons. Gemajel sei "ein Symbol der Freiheit und der politischen Unabhängigkeit" des Landes gewesen.
Der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, will sich dafür einsetzen, dass sich das geplante Tribunal auch mit dem Mord an Gemajel befasst. Das mehrheitlich mit internationalen Richtern besetzte Tribunal soll außerhalb des Libanons tagen.
Die endgültige Entscheidung über die Einsetzung des Gerichts liegt bei der libanesischen Regierung. Hariri war im Februar 2005 bei einem Bombenanschlag getötet worden. UN-Chefermittler Detlev Mehlis kam zu dem Schluss, dass der syrische und der libanesische Geheimdienst an dem Anschlag beteiligt waren.
Der Mord an Gemajel löste am Dienstag international Besorgnis aus. Es wird befürchtet, dass das Attentat die politischen Spannungen im Libanon weiter verschärft. Gemajels Phalange-Partei gehört der antisyrischen Parlamentsmehrheit an, die in den vergangenen Tagen einen erbitterten Machtkampf mit der prosyrischen Hisbollah führte. Diese hat mit dem Sturz der Regierung gedroht, falls sie kein größeres Mitspracherecht im Kabinett erhält.
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