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panorama Jose Manuel Barroso DPA
  Foto: EPA, dpa
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Kommentar zur EU-Schuldenkrise: Sicherheitsrisiko Barroso

VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 06.08.2011 - 20:21

Düsseldorf (RP). EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte die Staats- und Regierungschefs der Eurozone in einem Brief aufgefordert, den gerade erst beschlossenen gemeinsamen Euro-Rettungsfonds erneut auf den Prüfstand zu stellen. Dafür muss er sich heftige Kritik gefallen lassen. Doch nicht nur er, das gesamte Spitzenpersonal der EU zeigt sich derzeit von keiner guten Seite. Dazu ein Kommentar von Antje Höning.

Der Ausverkauf an den Börsen ging am Freitag weiter. Der Dax erlebte die schwärzeste Woche seit der Pleite der Lehman-Bank.

Auch wenn Börsianer gerne übertreiben und längst nicht jeder Bürger Aktien hält: Der Kurssturz der jüngsten Tage muss alle alarmieren. Dass die Aktien – trotz der guten Konjunktur in Deutschland, China und anderen Ländern – einbrechen, zeigt, wie krank das Währungssystem ist.

Dass Italiens Ministerpräsident Berlusconi gestern das x. Gipfeltreffen einberief, beeindruckt keinen mehr. Zu wenig haben bisherige Gipfel gebracht. Oder ihre Erfolge werden wie jetzt von EU-Kommissions-Präsident Manuel Barroso zerredet.

Die Fehlkonstruktion der Währungsunion – Griechenland und Portugal hätten nie aufgenommen werden dürfen – wird man nicht mehr beheben können. Aber vor einem Jahr hätte man Griechenland geordnet in die Pleite schicken können.

Zudem müsste man den Rettungsschirm so gestalten, dass die Märkte akzeptieren: Der Euro ist nicht zu zerstören. Doch dazu fehlt dem Spitzenpersonal das Format. Die Kanzlerin verweigert anhaltend die Führung im Krisenmanagement. Barroso entpuppt sich gar als Sicherheitsrisiko für den Euro.

Das Mittelmaß von heute zerstört die Visionen, die einst Kommissions-Präsident Jacques Delors erdachte und Helmut Kohl und Francois Mitterand politisch umsetzten.


 
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