Schnellverfahren beginnt am 6. April: Silvio Berlusconi muss vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 15.02.2011 - 12:34In den vergangenen Jahren geriet Berlusconi immer wieder in Konflikt mit der italienischen Justiz, der er politische Motive für das Vorgehen gegen ihn vorwirft. Im aktuellen Fall geht es allerdings erstmals um sein Privatleben und nicht um seine Geschäfte als einflussreicher Medien-Unternehmer.
Konkret geht es um Berlusconis Beziehung zu einer marokkanischen Nachtklubtänzern mit dem Spitznamen "Ruby". Italienische Medien veröffentlichten in den vergangenen Wochen zahlreiche pikante Details über wilde Sexpartys in verschiedenen Villen des Regierungschefs. Ein Teil der Informationen war abgehörten Gesprächen zwischen Frauen entnommen, die an den Partys teilgenommen hatten.
"Ruby" festgenommen
Die Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi vor, auf einer der Partys die 17-jährige "Ruby" für Sex bezahlt zu haben. Als diese später unter dem Verdacht eines Diebstahls festgenommen wurde, soll er seinen Einfluss genutzt haben, sie aus Polizeigewahrsam zu holen. Der Ministerpräsident habe befürchtet, in einem Ermittlungsverfahren gegen die Frau könnte seine Beziehung zu ihr enthüllt werden. "Ruby" wurde schließlich freigelassen.
Berlusconi bezeichnete das Vorgehen der Behörden als "widerlich und beschämend". "Ich frage mich, wer für diese Aktivitäten, die aus meiner Sicht einzig umstürzlerische Ziele verfolgen, am Ende geradestehen wird", sagte er vor Journalisten in Rom. Der Fall beleidige die "Würde des Staates", sagte Berlusconi. Vor dem Mailänder Gericht demonstrierten mehrere Anhänger des Regierungschefs gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft, viele von ihnen schwenkten italienische Fahnen.
Vorwürfe werden abgestritten
In Italien ist es ein Straftatbestand, für Sex mit einer minderjährigen Frau zu bezahlen. Sowohl Berlusconi als auch die inzwischen volljährige "Ruby" bestreiten allerdings, gemeinsam Sex gehabt zu haben.
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