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Simbabwe
Grace Mugabe wandelt auf den Pfaden ihres Mannes

Simbabwe: Grace Mugabe wandelt auf den Pfaden ihres Mannes
Grace Mugabe in kämpferischer Pose bei einer Rede. FOTO: ap
Harare . Simbabwes Präsident Robert Mugabe wird im kommenden Monat 92 Jahre alt. Seine 50 Jahre alte Frau Grace hat im vergangenen Jahr eine rasante politische Karriere hingelegt. Noch ist unklar, ob sie Ambitionen auf das Präsidentenamt hat.

Sie ist kampflustig und stolz - und sie macht derzeit in Simbabwe von sich reden: Grace Mugabe, Ehefrau von Präsident Robert Mugabe, steht derzeit im Fokus des öffentlichen Interesses.

Im vergangenen Jahr reiste die 50 Jahre alte Präsidentengattin kreuz und quer durchs Land, hielt in abgelegenen Gegenden unter sengender Sonne Reden vor ihren Anhängern. Sie verteilte Lebensmittelpakete, Kleidung und Landwirtschaftsgeräte, die meisten von der Regierung bezahlt, aber einige auch von ihrer Familie. Und sie forderte die Bauern auf, sie sollten ihr gegenüber loyal sein.

Sie wird als "Mutter" bezeichnet, Autos und T-Shirts sind mit ihrem Bild verziert sowie mit dem Slogan "Jeder gehört zu Mutter". Die meisten der Events und Ansprachen werden live im staatlichen Fernsehen übertragen - zum Missfallen der Opposition, die dem einzigen Fernsehsender des Landes parteiische Berichterstattung vorwirft. 

Im Dezember stellte sich Mugabe sogar über Vizepräsident Emmerson Mnangagwa. "Er hat mehr Erfahrung in der Politik als ich", räumte sie ein. "Aber das bedeutet nicht, dass die First Lady unter dem Vizepräsidenten steht."

Die 50-Jährige ist lebhaft, trägt gerne lange, elegante Gewänder, dazu protzige Ringe und Juwelen. Ihr politischer Aufstieg begann vor gut einem Jahr. Im Dezember 2014 wurde sie von ihrem Ehemann zur Chefin der Frauenliga in der Regierungspartei ZANU-PF ernannt, nachdem sie sich beim Sturz der ehemaligen Vizepräsidentin Joice Mujuru hervorgetan hatte. Grace Mugabe nutzte ihre Auftritte, um Mujuru Korruption und politische Panikmache vorzuwerfen und kündigte an, ihr Mann werde die Politikerin feuern, weil sie nach der Macht zu greifen versuche.

Robert Mugabe, der im Februar 92 Jahre alt wird, hat den Aufstieg seiner ehemaligen Sekretärin stets unterstützt. Sie ist seine zweite Frau, die erste starb 1992.

Mugabe ist nach Einschätzung von Beobachtern derzeit die mächtigste Politikerin in der ZANU-PF. "Sie tritt in die Fußstapfen ihres Ehemannes, setzt rücksichtslos die von ihm überlasse Macht ein, um ihre Rivalen zu zerstören", sagt der Menschenrechtler Gabriel Shumba, der in Südafrika das Simbabwe-Exil-Forum leitet. 

Wer es gewagt hat, Grace Mugabe zu kritisieren, bekam ihre wachsende Macht in dem Land zu spüren. "Ihr werdet mich nicht mundtot bekommen. Ihr könnt mich nur zum Schweigen bringen, wenn ihr mich umbringt", sagte sie bei einer Veranstaltung im November in der Hauptstadt Harare. Damit bediente sie sich beim Vokabular ihres Mannes, der mit starken Worten seine Gegner einschüchtert. 

Kabinettminister Chris Mutsvangwa droht die Absetzung, nachdem er in einer privaten Zeitung angedeutet hatte, das Grace Mugabe ihren politischen Aufstieg ihrer Heirat verdanke. Sein Vorgänger Jabulani Sibanda wurde erst 2014 aus der Partei ausgeschlossen und wird strafrechtlich verfolgt, weil er den rasanten Aufstieg der Präsidentengattin als "Schlafzimmer-Coup" bezeichnete. 

Justice Wadyajena, Parlamentarier und mit Vizepräsident Mnangagwa befreundet, wurde Anfang Dezember verhaftet, weil er einen Parteikollegen "Idiot" genannt haben soll. Dieser hatte sein Auto mit Postern der First Lady beklebt. Wadyajena wurde Unruhestiftung vorgeworfen, gegen eine Kaution von umgerechnet knapp 800 Euro kam er frei. 

Bei einem anderen Vorfall wurde ein Mitglied der Frauenliga für zwei Jahre ausgeschlossen. Sie hatte Mugabe unterbrochen, als diese ihr innerparteiliche Querelen vorwarf. 

Mugabe weist Spekulationen über ihre Zukunft als "bösartig" zurück. Aber sich macht deutlich, dass sie alles in ihrer Macht stehende tun werde, um die 35 Jahre lange Herrschaft ihres Mannes andauern zu lassen. 

"Einige sagen, er ist alt", sagte sie im November. "Na und, dann besorge ich ihm eben einen Spezial-Rollstuhl. Dann kann er aus diesem Rollstuhl regieren." Beim Jahresparteitag der ZANU-PF im vergangenen Monat wurde Robert Mugabe als Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2018 bestätigt. Aber auch für die First Lady gab es viel Lob und die Anwesenden skandierten ihren Namen in Sprechchören.

(felt/ap)
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