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Nach fast 40 Jahren an der Macht
Simbabwes Präsident Mugabe tritt zurück

Simbabwes Präsident Robert Mugabe tritt zurück
Robert Mugabe (Archiv). FOTO: rtr
Harare. Der Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe, ist zurückgetreten - nach 37 Jahren an der Macht. Das teilte Parlamentspräsident Jacob Mudenda am Dienstag mit.

Vorher unterbrach er das laufende Amtsenthebungsverfahren, um einen Brief von Mugabe zu verlesen. "Meine Entscheidung zum Rücktritt ist freiwillig", heißt es in dem Schriftstück des 93-Jährigen. Mit dem Schritt wolle er sicherstellen, dass es einen geordneten Machtübergang gebe. Der Rücktritt wird demnach sofort wirksam.

Als Mudenda das Parlament über das Schreiben informierte, brach unter den Abgeordneten lauter Jubel aus. Der 93-jährige Mugabe war von seinen Kritikern zum Rücktritt gedrängt worden. Nachdem er das Ultimatum für seinen Rücktritt verstreichen ließ, sollte er des Amtes enthoben werden.

Tausende Simbabwer hatten am Dienstag vor dem Parlament in Harare Mugabes Rücktritt gefordert. Demonstranten trugen etwa Plakate mit der Aufschrift "Mugabe muss gehen".

Mnanagagwa folgt auf Mugabe als Parteichef

Das Militär hatte in Simbabwe Mitte vergangener Woche die Macht übernommen und Mugabe unter Hausarrest gestellt. Die Regierungspartei Zanu-PF wählte den 93-Jährigen am Sonntag als Vorsitzenden ab und schloss ihn aus der Partei aus. Als Nachfolger wurde - in Abwesenheit - Mnanagagwa (75) gewählt. Er genießt auch die Unterstützung des Militärs. Experten zufolge wurde der Putsch ausgelöst durch Mnangagwas Entlassung und die Bemühungen Mugabes, seine unbeliebte Frau Grace als Nachfolgerin aufzubauen. Sie ist bekannt für ihr impulsives Verhalten, teure Kleider und extravagante Shopping-Reisen und wird oft spöttisch "Gucci Grace" genannt.

Mugabe war in Simbabwe seit 1980 an der Macht und unterstützte auch den Kampf für die Abschaffung der Apartheid im benachbarten Südafrika. Kritiker werfen ihm vor, an der Macht geklebt und damit Wirtschaft, Demokratie und Justiz in Simbabwe geschadet zu haben. Zudem habe er Gewalt eingesetzt, um politische Gegner zu bekämpfen.

(hebu/REU/ap/AFP/dpa)
 
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