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Terror
IS präsentiert angebliche Bombe von Scharm el Scheich

War es der IS?: Bombe immer wahrscheinlicher
War es der IS?: Bombe immer wahrscheinlicher FOTO: dpa, am sh
Kairo. Der Islamischer Staat (IS) hat die in Ägypten verunglückte russische Passagiermaschine nach eigenen Angaben mit einer Bombe zum Absturz gebracht. Die Islamisten veröffentlichten das Foto einer Softdrink-Dose.

Der Sprengstoff sei in dem ägyptischen Badeort Scharm el Scheich in das Flugzeug geschmuggelt worden, heißt es in der neuen Ausgabe des IS-Internet-Magazins "Dabiq", das die Extremisten am Mittwoch verbreiteten. Ein Bild zeigt eine Getränkedose, in der die Bombe angeblich versteckt war. Bei dem Absturz der Maschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel waren am 31. Oktober 224 Menschen getötet worden.

Nach eigener Aussage hatte der IS zunächst geplant, ein Flugzeug aus einem Land der US-geführten Koalition anzugreifen, die in Syrien und im Irak gegen die Dschihadistenorganisation kämpft. Die Entscheidung, stattdessen ein russisches Flugzeug zum Absturz zu bringen, sei gefallen, nachdem Russland Ende September mit Luftangriffen in Syrien begonnen habe. Dazu sei die Entdeckung genutzt worden, wie die Sicherheitskontrollen an einem ägyptischen Flughafen umgangen werden können.

Russland hatte den Absturz erst am Dienstag offiziell als Anschlag eingestuft, Großbritannien und die USA waren davon schon deutlich früher ausgegangen. Der russische Staatschef Wladimir Putin kündigte Rache an, die Hintermänner würden bestraft. Für die Ergreifung der Täter setzte Moskau eine Belohnung von 50 Millionen Dollar (47 Millionen Euro) aus. Zugleich kündigte Putin an, die russischen Luftangriffe in Syrien auszuweiten.

Die Terrorgrupppe verkündete weiter, sie habe zwei zuvor in Syrien entführte Geiseln getötet, einen Norweger und einen Chinesen. In ihrem englischsprachigen Online-Magazin war ein Foto der zwei Leichen zu sehen. Daneben steht auf Englisch: "Hingerichtet". Im September hatten die Extremisten Lösegeld für die beiden 48 und 50 Jahre alten Männer verlangt. Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg hatte eine Zahlung damals ausgeschlossen. Der IS schrieb nun, die Männer seien exekutiert worden, nachdem ihre "ungläubigen Nationen" sie "im Stich gelassen" hätten.

(dpa/AFP)
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