Adams will erst Vorstand konsultieren: Sinn Fein zögert bei Anerkennung nordirischer Polizei
zuletzt aktualisiert: 16.10.2006 - 17:18Dublin (rpo). Sinn Fein-Präsident Gerry Adams hat einer vollständigen Anerkennung der nordirischen Polizei vorerst eine Abfuhr erteilt. Adams verwies am Rande von Gesprächen mit dem britischen Premierminister Tony Blair und anderen Regierungsvertretern in London auf den erweiterten Vorstand der irisch-nationalistischen Partei, der dies entscheiden müsse.
Die Anerkennung der nordirischen Polizei durch Sinn Fein ist ein Kernpunkt eines neuen Plans, den Blair und der irische Ministerpräsident Bertie Ahern am Freitag vorlegten. Im Gegenzug soll sich die größte Partei der Protestanten, die Democratic Unionist Party (DUP) des radikalen Pfarrers Ian Paisley, zu einer neuerlichen Zusammenarbeit mit Sinn Fein in einer künftigen Selbstverwaltung bereit erklären.
Paisley und ein ranghoher Sinn-Fein-Politiker, vermutlich Vizeparteichef Martin McGuinness, sollen sich das Amt des Regierungschefs vorerst teilen. Wenn alles glatt läuft, will Großbritannien an die neue Selbstverwaltung größere Befugnisse abtreten, als dies bei der 2002 zerbrochenen Vier-Parteien-Koalition der Fall war. Dazu gehört dem neuen Friedensplan zufolge auch die Kontrolle über die Polizei und das Justizwesen.
Am (morgigen) Dienstag sollen Sinn Fein und die DUP sowie die beiden gemäßigteren Parteien der Katholiken und Protestanten, die Social Democratic and Labour Party sowie die Ulster Unionist Party, über eine Wiederauflage ihrer Koalition beraten, die bereits vor vier Jahren zerbrach. Offen blieb allerdings, ob sich Paisley zu einem direkten Gespräch mit Adams bereit erklären würde.
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