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Antwerpen: Skinhead erschießt Afrikanerin und Kleinkind

zuletzt aktualisiert: 12.05.2006 - 14:22

Antwerpen (rpo). Ganz Belgien zeigt sich geschockt über einen Doppelmord mit rassistischem Hintergrund. Auf offener Straße hatte ein 18-Jähriger am Donnerstag in der belgischen Stadt Antwerpen eine Afrikanerin und ein Kind erschossen. Zuvor hatte der Täter außerdem eine türkischstämmige Frau angeschossen und schwer verletzt.

Regierungschef Guy Verhofstadt reagierte am Freitag bestürzt auf das "schreckliche und feige Verbrechen". "Jetzt muss jedem klar sein, wohin der Rechtsextremismus führen kann", erklärte er in Brüssel. Das Königshaus wollte nach eigenen Angaben ein Beileidsschreiben an die Angehörigen der beiden Opfer schicken. Ein 18-jähriger Skinhead aus Antwerpen hatte am Vortag ein afrikanisches Au-Pair-Mädchen und das von ihm betreute weißes Kleinkind erschossen. Der Täter habe ein möglichst großes Blutbad anrichten wollen, berichtete die Zeitung "De Morgen": Er hinterlegte einen Brief in seinem Zimmer, in dem er ankündigte, so viele Ausländer wie möglich töten zu wollen.

In Antwerpen gingen am Freitagmittag rund dreihundert Menschen auf die Straße, um "gegen die blinde Gewalt" zu protestieren. Den Zug führten Freunde des Au-Pair-Mädchens aus Mali an, wie die belgische Nachrichtenagentur Beta meldete. Der Skinhead hatte die junge Frau und das von ihr betreute zweijährige Mädchen am hellichten Tag in der Innenstadt erschossen.

Zuvor hatte der 18-Jährige auf eine 46-jährige Türkin geschossen, die auf einer Parkbank saß und las, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Frau habe einen Bauchschuss erlitten, sei aber nicht mehr in Lebensgefahr. Ein Augenzeuge sagte der Zeitung "De Morgen", die Augen des Täters hätten vor Hass gefunkelt, "als wollte er alle vernichten, die ihm in den Weg kamen". Der Täter wurde von Polizisten mit einem Bauchschuss gestoppt und ins Krankenhaus gebracht.

Quelle: ap

 
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