Krise in Myanmar: Soldaten beziehen Stellung an Klöstern
zuletzt aktualisiert: 26.09.2007 - 06:43Rangun (RPO). Im krisengeschüttelten Myanmar (vormals: Birma) haben sich hunderte Soldaten und Sicherheitskräfte an den wichtigen Klöstern der Hauptstadt Rangun positioniert, um neue Proteste der Mönche gegen die Militärführung zu verhindern. Zudem wurde ein Oppositionspolitiker verhaftet.
Sicherheitskräfte verhafteten in der Nacht zum Mittwoch den pro-demokratischen Politiker Win Naing. "Er wurde gegen halb drei festgenommen", sagte ein Freunde einer Nachrichtenagentur. Ein westlicher Diplomat berichtete, Win Naing sei dabei beobachtet worden, wie er buddhistischen Mönchen - den Anführern der anhaltenden Proteste gegen die Militärjunta des Landes - Lebensmittel und Wasser angeboten habe. Auch einer der bekanntesten Schauspieler des Landes, Zaganar, war in der Nacht verhaftet worden. Der Künstler hatte den Widerstand der Mönche ebenfalls unterstützt.
Wie Augenzeugen berichteten, wurden die Sicherheitskräfte unter anderem zur Shwedagon-Pagode entsandt, wo die Mönche ihre Protestaktionen gestartet hatten. Die Pagoden seien nicht geschlossen, wer sie besuchen wolle, werde aber gründlich durchsucht. Auch für bedeutende Klöster in der Hauptstadt galten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. So sollten die Mönche den Beobachtern zufolge offenbar daran gehindert werden, sich zu versammeln.
Auch am Dienstag waren trotz Warnungen der Militärjunta an die Demonstranten wieder rund 100.000 Menschen friedlich durch Rangun gezogen - rund ein Drittel von ihnen Mönche. Am Abend verhängte die Militärführung für die Dauer von 60 Tagen eine nächtliche Ausgangssperre für die Hauptstadt, die von neun Uhr abends bis fünf Uhr früh gilt.
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