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Mogadischu: Somalische Regierung erobert Hauptstadt zurück

zuletzt aktualisiert: 28.12.2006 - 15:11

Mogadischu (RPO). Somalische Regierungstruppen haben am Donnerstag die Kontrolle über Teile von Mogadischu übernommen und die islamischen Truppen vertrieben. Unterstützt wurden sie dabei von äthiopischen Soldaten. Die Hauptstadt werde noch in den kommenden Stunden von den Truppen eingenommen, sagte Regierungssprecher Abdirahman Dinari. Im Land gelte der Notstand. Somalische Clans, die der Übergangsregierung nahe stehen, kontrollierten mehrere Straßenzüge.

"Wir werden Recht und Ordnung in die Hauptstadt bringen", sagte Außenminister Ismail Hurre. Übergangsministerpräsident Mohamed Ali Gedi war Hurre zufolge per Hubschrauber auf dem Weg und wollte die Regierungstruppen in die Stadt führen.

Die islamischen Truppen in Somalia hatten mit dem Rückzug aus der Hauptstadt Mogadischu begonnen, nachdem der Rat der islamischen Gerichte dazu aufgerufen hatte. Der Vorsitzende des Rats der Islamischen Gerichte, Sheik Sharif Sheik Ahmed, erklärte, mit der Räumung von der Stadt solle Blutvergießen vermieden werden. Ein AP-Reporter berichtete, dass einige Islamisten ihre Uniformen ablegten und sich dem Kommando von Clanführern unterstellten. Einige Einrichtungen des Rats wurden geplündert, es kam zu Schießereien vor allem im Norden Mogadischus. Dort kamen nach Augenzeugenangaben mindestens vier Menschen ums Leben.

In der Umgebung von Mogadischu übernahmen Regierungstruppen die Kontrolle über die Ortschaft Balad im Norden und standen im Westen kurz vor dem Ort Afgoye, wie aus Regierungskreisen verlautete. Sie eroberten auch den Flughafen Badedogle, den wichtigsten im ganzen Land. Der Clanführer Hussein Hadschi Bod forderte die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Sein Clan werde noch am Donnerstag zu einem Treffen zusammenkommen, um über die Zukunft der Hauptstadt zu beraten. Es wurde erwartet, dass Präsident Abdullahi Yusuf den gemäßigten Kräften in Mogadischu einen Waffenstillstand anbieten würde.

Der ehemalige Islamisten-Kämpfer Yusuf Ibrahim erklärte, noch rund 3000 Anhänger des Rats der Islamischen Gerichte widersetzten sich den somalischen und äthiopischen Truppen. Sie zögen sich in die Hafenstadt Kismayo südlich von Mogadischu zurück.

UN-Sicherheitsrat zerstritten

Der UN-Sicherheitsrat in New York konnte sich am Mittwoch den zweiten Tag in Folge nicht auf einen Aufruf zu einer sofortigen Waffenruhe in Somalia einigen. Wie am Vortag scheiterte die Erklärung an unterschiedlichen Standpunkten zu den ausländischen Truppen in Somalia. Katar verlangte den sofortigen Abzug der äthiopischen und anderer ausländischer Soldaten, während die anderen 14 Sicherheitsratsmitglieder dies nach Diplomatenangaben ablehnten. Die meisten hätten zunächst auf die Wiederaufnahme von Gesprächen seitens der Konfliktparteien und eine politische Vereinbarung zur Stabilisierung der Lage gepocht.

Mit der militärischen Intervention Äthiopiens sind die Kämpfe in Somalia in den vergangenen Tagen eskaliert. Äthiopien unterstützt die international anerkannte somalische Übergangsregierung gegen die islamistischen Milizen. Somalia hat seit dem Sturz von Staatschef Mohamed Siad Barré im Jahr 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr.

Quelle: afp

 
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