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Griechenlands Schuldenkrise: Sorgen um die Euro-Zone

zuletzt aktualisiert: 13.02.2010 - 09:12

Berlin (RPO). Der Chef der Euro-Gruppe und luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hat angesichts der Griechenland-Krise vor einem weiteren Auseinanderdriften der Währungszone gewarnt. "Wir müssen aufpassen, dass die Divergenzen nicht immer breiter werden", sagte Juncker. Griechenlands Schuldenkrise belastet zudem den Markt für Konsortialdarlehen und könnte somit die Kreditkosten der einheimischen Unternehmen in die Höhe treiben.

Ein Währungsgebiet könne auf Dauer nicht bestehen, "wenn die Unterschiede in den Leistungsbilanzen der Volkswirtschaften übergroß werden" so Juncker gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Zwar dürfe es Unterschiede zwischen den einzelnen Euro-Ländern geben, diese dürften aber nicht zu groß werden. An ein Zerbrechen der Euro-Gruppe glaube er nicht. Schließlich sei festgelegt worden, dass die Griechen auch unter dem Druck ihrer Partner jahrelang sparen müssten.

Juncker kündigte Druck auf das hoch verschuldete Griechenland an, seine Verpflichtungen auch zu erfüllen. Die Griechen müssten sich auf dauernde Fragen nach dem Stand ihres Reformprogramms einstellen. "Wir werden ihnen keine Ruhe lassen", sagte Juncker.

Der luxemburgische Regierungschef machte deutlich, dass Griechenland seine Finanzprobleme zunächst alleine bewältigen müsse. "Die griechische Regierung muss wissen, dass es ihre ureigene Sache ist, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen." Sie stehe in der Pflicht, ihr Etatdefizit in diesem Jahr um vier Prozentpunkte zu senken. Wenn die Griechen alles unternähmen, würden die Europäer ihnen solidarisch zur Seite springen. "Wir werden im Falle, dass der griechische Staat Refinanzierungsprobleme hat, ihm bei der Bewältigung derselben helfen", konkretisierte Juncker.

Treffen der Euro-Finanzminister

Die Finanzminister der Euro-Länder werden sich Anfang kommender Woche mit der Griechenland-Krise beschäftigen. Beschlüsse über konkrete Finanzhilfen sind von dem Treffen nach Angaben von EU-Diplomaten nicht zu erwarten.

Juncker warnte davor, den südeuropäischen Ländern ein schlechteres Wirtschaften als den Nordeuropäern vorzuwerfen. "Mit Verlaub, ich würde nicht so despektierlich über die Südländer reden." 2003 seien es Deutschland und Frankreich gewesen, die die Grenzen des Stabilitätspaktes verletzt hätten. Der Euro-Raum sei das einzige Währungsgebiet, das über keine Zentralregierung mit adäquater Gewalt verfüge. Dafür hätten sich die Euro-Länder den Stabilitätspakt geschaffen, der mit seinem dichten Regelwerk die Regierung ersetze.

Schlag für Konsortialdarlehen-Markt

Die Sorge um die Lage in Griechenland hat außerdem die Kreditpreise im Sekundärmarkt die zweite Woche in Folge gedrückt. Laut Daten von Thomson Reuters haben Griechenlands Firmen Kredite im Gesamtumfang von 34 Milliarden Dollar noch nicht beglichen. Dieses Jahr werden davon Darlehen im Volumen von drei Milliarden Dollar fällig. Dazu zählt auch ein Kredit im Umfang von 850 Millionen Euro, den der griechische Telekommunikationskonzern Hellenic Telecom (OTE) zurückzahlen muss. Der Konzern, an dem die Deutsche Telekom beteiligt ist, wird die Frist aber voraussichtlich bis 2012 verlängern können.

Zu den größten Bereitstellern von Konsortialdarlehen zählen die Citibank, EFG Eurobank und die Royal Bank of Scotland.

Quelle: RTR/awei

 
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