| 17.12 Uhr

Nach Charleston-Massaker
South Carolina hängt die Südstaatenflagge ab

#TakeDownThatFlag – US-Protest gegen Konföderiertenflagge
#TakeDownThatFlag – US-Protest gegen Konföderiertenflagge
Charleston. Drei Wochen nach dem rassistischen Angriff auf eine afroamerikanische Kirche in Charleston hat auch das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaats South Carolina klar dafür votiert, nicht länger die umstrittene Konföderiertenflagge vor dem Parlament zu hissen.

Nach einer langen und emotionalen Debatte stimmten die Abgeordneten am Donnerstag mit 94 zu 20 Stimmen für ein entsprechendes Gesetz. Am Dienstag hatte sich bereits der Senat von South Carolina dafür ausgesprochen, die Fahne dauerhaft einzuholen. Gouverneurin Nikki Haley muss das Gesetz nun noch in Kraft setzen.

Mann schießt in Charleston auf Kirchenbesucher FOTO: ap

Um die Südstaatenfahne, die den für den Erhalt der Sklaverei kämpfenden Konföderierten im Bürgerkrieg der Jahre 1861 bis 1865 als Erkennungszeichen diente, war nach dem Angriff in Charleston mit neun Todesopfern eine heftige Kontroverse entbrannt. Der mutmaßliche Attentäter Dylann Roof, der mittlerweile wegen neunfachen Mordes angeklagt wurde, hatte auf einem Foto mit der Fahne posiert. In einem im Internet verbreiteten Manifest äußerte der junge Mann zudem rassistisches Gedankengut.

Bis zum Jahr 2000 wehte die Südstaatenflagge - ein mit weißen Sternen besetztes blaues Andreaskreuz auf rotem Grund - auf dem Dach des Parlaments- und Regierungssitzes in South Carolinas Hauptstadt Columbia. Dann entschied das Parlament des Bundesstaates, sie an einem Kriegerdenkmal vor dem Gebäude zu hissen. Nach dem Anschlag hatte die Gouverneurin gefordert, die Flagge nun ganz abzuhängen. Senat und Repräsentantenhaus mussten ihrem Vorschlag mit Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen.

Haley bedankte sich nach dem klaren Senats-Votum bei den Parlamentariern. Sie hätten dem Staat South Carolina und seinen Bürgern "mit großer Würde gedient", schrieb die Gouverneurin auf ihrer Facebook-Seite. In South Carolina breche nun "ein neuer Tag" an, der die Menschen zusammenbringen werde und auf den alle stolz sein könnten.

(AFP)
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