Silvio Berlusconi leistet sich erstes Fettnäpfchen: Spanierinnen weisen Berlusconi zurecht
zuletzt aktualisiert: 16.04.2008 - 14:15Madrid (RPO). Er ist noch nicht einmal offiziell im Amt und hat trotzdem schon ein außenpolitisches Fettnäpfchen gefunden. Italiens designierter Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die spanische Regierung verärgert. Der Grund: Abfällige Bemerkungen über die hohe Frauenquote im Kabinett von Ministerpräsident José Luis Zapatero.
Der 71-jährige Berlsuconi hatte am Dienstag gewitzelt, die spanische Ministerriege sei "zu rosa". Zapatero werde angesichts der vielen Frauen bei der Leitung Probleme bekommen. In der am Montag vereidigten spanischen Regierung sind die Frauen in der Mehrheit. Neun Ministerinnen stehen acht männlichen Kabinettsmitgliedern gegenüber. Berlusconi hingegen plant, nur vier der zwölf italienischen Ministerposten mit Frauen zu besetzen.
Das - zusammen mit seinen Macho-Sprüchen - stößt den spanischen Politikerinnen über auf: "In Italien gibt es, genauso wie in Spanien, genug Frauen, die ausreichend qualifiziert, intelligent und geeignet sind, um Ministerposten oder andere Regierungsämter zu übernehmen", sagte Elena Valenciano von den regierenden Sozialisten (PSOE) am Mittwoch. Die außenpolitische Beauftragte ihrer Partei forderte Berlusconi auf, dem spanischen Beispiel zu folgen. "Spanien ist dank des festen Willens der sozialistischen Partei sowie Zapateros weltweit eine Referenz geworden in Angelegenheiten der Gleichstellung von Männern und Frauen", hob Valenciano hervor.
Erstmals in der spanischen Geschichte gehören der Regierung mehr Frauen als Männer an. Eines der Hauptziele der Legislaturperiode sei die "Gleichberechtigung von Männern und Frauen", kündigte Zapatero unter Hinweis auf das neu geschaffene Ministerium für Gleichberechtigung an. Dieses Ressort wird von der 31-jährigen Bibiana Aido geleitet, Spaniens bislang jüngster Ministerin. Zudem ist mit der im siebten Monat schwangeren Carme Chacon erstmals eine Frau an die Spitze des Verteidigungsministeriums berufen worden.
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