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Sex-Affäre: Spitzer zahlte 4300 Dollar für Callgirl

zuletzt aktualisiert: 13.03.2008 - 08:21

Washington (RPO). 4300 Dollar für zweieinhalb Stunden mit "Kristen" - in der Sex-Affäre um den zurückgetretenen New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer kommen immer mehr pikante Details ans Licht. Erstmals äußerte sich auch die Prostituierte "Kristen" zu der Affäre.

Hinter dem Decknamen steht nach US-Medienberichten die 22-jährige Ashley Alexandra Dupre aus New Jersey. Die angehende Sängerin wird in dem Fall als Zeugin aussagen. "Ich will nicht als Monster dastehen", sagte Dupre der "New York Times". "Das ist eine sehr schwierige Zeit. Es ist kompliziert."

Das Luxus-Callgirl soll sich am 13. Februar mit Gouverneur Spitzer im Mayflower-Hotel in Washington getroffen haben. Das Schäferstündchen dauerte zweieinhalb Stunden. Dabei soll Spitzer nach einem Bericht des US-Senders CNN vom FBI belauscht worden sein. Der Gouverneur soll mehr als 4000 Dollar für das Treffen bezahlt haben. Berichten zufolge hat der als "Klient 9" geführte Spitzer in den vergangenen zehn Jahren an die 80.000 Dollar an den Prostituiertenring "Emperor's Club" gezahlt. Prostitution ist in den USA illegal.

Die Sex-Affäre schlägt in den USA hohe Wellen und könnte sogar den Präsidentschaftswahlkampf beeinflussen. Gouverneur Spitzer ist einer der so genannten Superdelegates und gilt als Parteifreund von Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton. Am Mittwoch erklärte der 48-Jährige seinen Rücktritt.

"Während meiner Karriere im Staatsdienst habe ich immer darauf bestanden, dass Menschen ungeachtet ihrer Stellung für ihr Handeln Verantwortung tragen", sagte Spitzer am Mittwoch. "Nichts weniger erwarte ich auch von mir selbst." Begleitet wurde Spitzer bei der Pressekonferenz von seiner Frau Silda. Mit ihrer versteinerten Mine kommentierte die Juristin wortlos, wie schwer ihr diese Geste der Loyalität gefallen sein dürfte.

Noch am Montag, als erste Berichte über Spitzers Verbindung zu einem Prostituiertenring kursierten, hatte er die Affäre als "private Angelegenheit" bezeichnet. Doch weder seine politischen Gegner noch die Medien wollten sich dieser Einschätzung anschließen. Ihr Tenor: Wenn Politiker wie Spitzer die moralischen Leitfunktion der Regierenden zum Teil ihres Programms machen, dann verlieren sie bei Fehlverhalten ihre Glaubwürdigkeit. In New Yorks Landeshauptstadt Albany bereiteten die Republikaner bereits ein Verfahren zur Amtsenthebung vor.

Spitzer galt in den USA als Saubermann und knallharter Staatsanwalt. Sein Aufstieg zu nationaler Berühmtheit begann vor sechs Jahren, als er Pfuschereien in den Analyse-Abteilungen von Investmentbanken ans Licht brachte. Auch Fondsgesellschaften und Versicherern wies der damalige Generalstaatsanwalt illegale Praktiken nach. Insgesamt hat er der Finanzbranche mehrere Milliarden Dollar an Strafzahlungen abgeknöpft, aus denen Entschädigungen an die betrogenen Anleger flossen. Seine Ermittlungen zwangen mehrere Wall-Street-Größen zum Rücktritt, der Skandal erschütterte New Yorks Finanzelite. An der Wall Street wurde Spitzers Bloßstellung am Montag mit Schadenfreude und Häme kommentiert.

Spitzer münzte seinen Ruf als Kämpfer für Kleinanleger gegen betrügerische Wirtschaftsbosse in politisches Kapital um und ließ sich Ende 2006 zum Gouverneur des Bundesstaats New York wählen. Er erhielt fast 70 Prozent der Stimmen - ein neuer Rekord, der ihn zur Nachwuchshoffnung der US-Demokraten werden ließ. Damals schien dem Sohn eines reichen Immobilienhändlers jüdisch-österreichischer Abstammung der Weg weit nach oben offenzustehen. Seine Karriere dürfte durch die aktuellen Enthüllungen aber ersteinmal beendet sein.

Quelle: afp

 
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