Ende des Bürgerkriegs nach 25 Jahren: Sri Lanka verkündet Sieg über tamilische Rebellen
zuletzt aktualisiert: 16.05.2009 - 17:44Colombo (RPO). Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa hat am Samstag nach 25 Jahren Bürgerkrieg den Sieg der Regierungstruppen über die tamilischen Rebellen verkündet. Die Aufständischen seien militärisch besiegt, erklärte der Präsident am Rande einer internationalen Tagung in Jordanien. Bereits zuvor hatte die Regierung in Colombo erklärt, der Krieg solle noch an diesem Wochenende beendet werden. Am Samstagabend tobten aber immer noch Kämpfe.
Die Streitkräfte schnitten nach Angaben eines Militärsprechers die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) erstmals seit einem Vierteljahrhundert vollständig von der Küste ab. "Ich werde in ein Land zurückkehren, das von der barbarischen Akten der LTTE völlig befreit worden ist, sagte Rajapaksa in Jordanien.
Die LTTE kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat der Tamilen. Der Konflikt hat weit über 75.000 Menschen das Leben gekostet.
Zwischen dem 20. Januar und dem 7. Mai wurden bei den schweren Kämpfen im Norden der Insel Ceylon 7.000 Zivilpersonen getötet, wie eine Aufstellung der Vereinten Nationen besagt, die der AP vorliegt. Mindestens 16.700 Menschen wurden demnach teils schwer verletzt. Nach Angaben von Ärzten wurden in der vergangenen Woche bei Artillerieangriffen nochmals mindestens 1.000 Menschen getötet.
Doch Zehntausende sind immer noch in dem umkämpften Gebiet eingeschlossen. "Wir haben große Sorge um die Sicherheit der schätzungsweise 30.000 bis 80.000 Menschen, die sich noch im Kampfgebiet befinden", sagte UN-Sprecher Gordon Weiss. Insgesamt befinden sich in der Region bereits mehr als 200.000 Menschen in Flüchtlingslagern.
Führung der Rebellen soll gefasst werden
Der militärische Durchbruch gelang den srilankischen Streitkräften nach eigenen Angaben am Samstagmorgen. Zwei Divisionen des Heeres hätten sich an der Nordostküste der Insel von entgegengesetzten Seiten kommend getroffen, sagte ein Militärsprecher. Die Streitkräfte wollen den Kampf der Rebellen nun offenbar endgültig beenden. Sie hoffen auch, der Führungsebene der Rebellen habhaft zu werden. Wo sich LTTE-Führer Velupillai Prabhakaran aufhält, ist jedoch unklar. Beobachter halten es für möglich, dass er bereits ins Ausland geflüchtet ist.
Die Regierungstruppen haben die LTTE seit vergangenem Jahr immer mehr in die Defensive gezwungen. Zuvor führten die Rebellen im Nordosten der Insel jahrelang einen eigenen De-facto-Staat der tamilischen Minderheit.
IKRK warnt vor "unvorstellbarer Katastrophe
Das Rote Kreuz warnte angesichts des wiederholten Beschusses des letzten verbliebenen funktionierenden Krankenhauses im Kampfgebiet vor einer "unvorstellbaren menschlichen Katastrophe" für Hunderte Verletzte, die ohne ärztliche Behandlung eingeschlossen sind. Das gesamte medizinische Personal war am Donnerstag nach anhaltenden Angriffen geflüchtet. In der Klinik blieben rund 400 schwer verletzte Patienten zurück.
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