Schwedischer Außenminister: Sri Lanka verweigert die Einreise
zuletzt aktualisiert: 28.04.2009 - 14:44Stockholm (RPO). Sri Lanka hat dem schwedischen Außenminister Carl Bildt die Einreise verweigert. Die Behörden hätten ihm mitgeteilt, dass er keine Einreisegenehmigung erhalte. Eine Begründung sei nicht genannt worden. Schweden werde seinen Geschäftsträger abberufen, erklärte das schwedische Außenministerium.
Wie Bildt am Dienstag telefonisch der Nachrichtenagentur AP sagte, hätte er am Mittwoch zusammen mit dem britischen Außenminister David Miliband und seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner als Mitglied einer europäischen Vermittlermission nach Sri Lanka reisen sollen.
Das sei ein bemerkenswerter Fall, "das kann man einfach nicht machen", sagte Bildt, der zu Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg war. Sein Ministerium in Stockholm teilte mit, dass Schweden als Reaktion auf diesen Affront seinen Geschäftsträger zurückrufen werde. Das srilankische Außenministerium erklärt, Bildt sei im Mai zu einer für beide Seiten angenehmen Zeit willkommen. Warum er jetzt nicht einreisen durfte, wurde nicht mitgeteilt. Die Einladung zu einem Besuch zu einem späteren Zeitpunkt werde er nicht annehmen, kündigte Bildt an.
Die EU-Außenminister hatten am Montag einen Waffenstillstand für Sri Lanka gefordert, wo im Norden des Landes Regierungstruppen Kämpfer der Tamilen und mit ihnen viele Flüchtlinge eingekreist haben. Die EU-Delegation sollte versuchen, zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen zu vermitteln.
Weiter heftige Kämpfe in Sri Lanka gemeldet
Die geforderte Feuerpause soll den Vereinten Nationen die nötige Zeit geben, um Zivilpersonen aus dem Kampfgebiet zu bringen. In den vergangenen Monaten sollen in den Gefechten fast 6500 Menschen getötet worden sein. Kouchner und Miliband wollen laut Bildt wie geplant nach Sri Lanka reisen, um den Druck auf die Regierung zu verstärken, einem Waffenstillstand zuzustimmen.
Die srilankische Regierung hat einen Waffenstillstand abgelehnt, weil sie nach eigenen Angaben befürchtet, dass sich die Rebellen dann neu formieren. Sie sagte aber zu, Luft- und Artillerieangriffe einzustellen, um Verluste unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Die Rebellen und ein Arzt meldeten jedoch am Dienstag, dass das umkämpfte Gebiet wieder mit Artillerie beschossen worden sei. Dabei sei auch ein Behelfskrankenhaus getroffen worden. Fünf Patienten seien dabei getötet worden. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück.
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