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  Foto: AFP FILES, AFP
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USA-Strategie für Afghanistan: Stärker rein, um schneller rauszukommen

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 09:08

Berlin (RP). Washington denkt nicht daran, "weitere acht oder neun Jahre" am Hindukusch zu bleiben. Nächste Woche wird Präsident Obama voraussichtlich eine massive Truppenaufstockung bekannt geben, der sich Deutschland im Januar möglicherweise ebenfalls mit einer Verstärkung anschließt.

Für die Zukunft des Afghanistan-Engagements sind zwei wichtige zeitliche Pflöcke eingerammt worden. Nächsten Dienstag (Mittwoch früh deutscher Zeit) wird US-Präsident Barack Obama die neue Afghanistan-Strategie der Vereinigten Staaten bekannt geben. Nach Informationen von US-Medien soll auch eine neuerliche Aufstockung der US-Truppen am Hindukusch von 68 000 auf rund 100 000 Soldaten dazugehören.

Für die deutsche Positionierung sind diese Details wichtig. Noch wichtiger indes sind die Erkenntnisse, die bei der internationalen Afghanistan-Konferenz gewonnen werden, die nun für den 28. Januar in London vorgesehen ist. Danach will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dem Bundestag vorschlagen, auf welche Weise das gerade zur Verlängerung anstehende Afghanistan-Mandat verändert werden soll. Eine Aufstockung der deutschen Präsenz über die derzeitige Zahl von 4500 Soldaten hinaus ist nach Angaben Guttenbergs eine "Option". Deutschland werde seine militärische Beteiligung "überdenken und anpassen, vielleicht sogar verstärken".

In welche Richtung das konkret gehen könnte, deutete Guttenbergs Staatssekretär Thomas Kossendey an. Es reiche nicht aus, dass zigtausend Afghanen ein Gewehr bedienen, Autofahren oder Panzer steuern könnten. Sie müssten organisiert und mit einsatzfähigen Führungsstrukturen ausgestattet werden. Nach anderen Angaben denkt die Bundeswehrführung daran, den Ausbildungsaspekt in Afghanistan massiv auszuweiten, teils durch Abbau der kämpfenden Truppe, teils aber auch durch zusätzliche Kräfte. Eine bloße Aufstockung ohne Definition verbindlicher Ziele und Fristen habe keinen Sinn, betonte Kossendey.

Das sehen offenbar auch die Berater von US-Präsident Obama. Dieser hat sich zur Bekanntgabe der neuen Strategie zwar die Militärakademie West Point ausgesucht. Doch wird es ihm dem Vernehmen nach nicht allein um militärische Aspekte gehen. Zudem soll offenbar der Gedanke "stärker rein, um schneller rauszukommen" zu einem der Leitgedanken der Afghanistan-Strategie werden. Obamas Sprecher Robert Gibbs stellte klar: "Wir sind im neunten Jahr unserer Anstrengungen in Afghanistan. Wir wollen nicht noch weitere acht oder neun Jahre bleiben."

Aus dem Pentagon war die Erwartung zu hören, dass sich die Alliierten ebenfalls stärker in Afghanistan engagieren, sollten die USA zusätzliche Truppen an den Hindukusch schicken. Der britische Premier Gordon Brown nannte bereits die Zahl 5000. So viele Soldaten würden die anderen Staaten über den derzeitigen Bestand hinaus in den Einsatz schicken. Das zeichne sich nach Gesprächen unter zehn verschiedenen Nato-Partnern ab, sagte Brown, ohne jedoch konkrete Länder zu nennen.

Das vorsichtige Zeichen zu einer Verständigung, das vergangene Woche Afghanistans Präsident Hamid Karsai ausgesandt hatte, ist von Taliban-Führer Mullah Omar gestern abgewiesen worden. Er rief die Afghanen auf, den "heiligen Krieg" fortzusetzen und die Regierung zu boykottieren. Die internationalen Truppen hätten die Afghanen als "Geiseln" genommen, sie wollten "kolonialistische Ziele" durchsetzen. Omar sprach von einer "Strohmänner-Regierung in Kabul".

Quelle: RP

 
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