EU: Steinbrück will gerechteres Wirtschaftssystem
zuletzt aktualisiert: 31.12.2005 - 10:58Hamburg (rpo). Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat kritisiert, dass die EU-Länder mit hoher Inflationsrate auf Kosten der anderen Mitglieder wüchsen. Steinbrück will nun darauf hinarbeiten, das Wirtschaftssystem der Europäischen Union zu modernisieren.
Die hohen Teuerungsraten führten dazu, dass einige Länder ein äußerst niedriges Realzinsniveau haben, so der SPD-Politiker in einem "Spiegel"-Interview.
Das habe dort zu "teilweise erheblichen Zinseinsparungen bei der Staatsschuld und natürlich auch zur Belebung der Wirtschaft geführt", sagte Steinbrück dem Nachrichtenmagazin. Für die Stabilität in der Euro-Zone spielten jedoch auch die Leistungsbilanzen eine wichtige Rolle.
Laut Steinbrück hat "Deutschland mit seinem Leistungsbilanzüberschuss den Euro-Defizitpartnern bei ihrer Kreditsuche erheblich geholfen". Aus finanzpolitischer Sicht entspreche ein Leistungsbilanzüberschuss einer Kreditgewährung des exportierenden an das importierende Land. "Dafür haben wir keine Anerkennung erfahren", bemängelte Steinbrück. Der Finanzminister will nun darauf hinwirken, diese wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge innerhalb des Stabilitätspaktes der EU oder anderer Gesetze der Gemeinschaft stärker zu berücksichtigen.
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