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Finanzkrise Protest Berlin AP
  Foto: AP, AP
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Demos gegen Verursacher der Krise: "Stoppt den Bonuswahn"

zuletzt aktualisiert: 28.03.2009 - 17:49

Berlin/Frankfurt (RPO). Mehrere tausend Menschen haben sich am Samstag in Berlin und Frankfurt zu Protesten gegen die Verursacher der Wirtschaftskrise versammelt. Das Motto der Veranstalter: "Wir zahlen nicht für eure Krise!" Unterdessen planen die G-20-Länder umfangreiche Konjunkturmaßnahmen, mit denen weltweit 19 Millionen Jobs geschaffen werden sollen. 

Rund 15.000 Menschen sind am Samstag unter dem Motto "Wir zahlen nicht für Eure Krise" durch die Berliner Innenstadt gezogen. Sie protestierten damit wenige Tage vor dem G20-Gipfel in London gegen die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Krisenpolitik der Bundesregierung. Aufgerufen hatte ein breites Bündnis von Linken, Gewerkschaftern, Umweltverbänden und Globalisierungsgegnern.

Gysi: "Casino-Mentalität"

Auf der Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus kam es zu mehreren Festnahmen, sagte ein Polizeisprecher. Grund seien Flaschen- und Steinwürfe auf Beamte sowie das Zünden von Feuerwerkskörpern gewesen. Auch der Pressebus der Berliner Polizei sei beschädigt worden.

Scharf kritisierte der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, die Bundesregierung. Der Beschluss, die Abwrackprämie nicht an "Hartz IV"-Empfänger auszuzahlen, "ist ein Skandal und nichts anderes", betonte Gysi. Die Politik lasse die "Casino-Mentalität" der Wirtschaft zu. Die Finanzmärkte und Manager würden immer mehr "außer Rand und Band" geraten. Sie seien "maßlos geworden", sagte Gysi. Mit Demonstrationen wie dieser könne die Zivilgesellschaft den Widerstand organisieren.

Die Demonstranten skandierten Sprüche wie "Wer Wasser predigt und Wein säuft, hat Ärger verdient" und "Weg mit Hartz IV. Das Volk sind wir". Unter ihnen war auch der DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Er hoffe, dass die Demonstration einen "Input in die Gesellschaft" gibt. Denn es sei deutlich geworden, dass hier "Leute aller Generationen" zusammen kommen. "Wir brauchen eine Reform des Gesamtsystems und keine Reparatur", sagte Schorlemmer.

Die Demonstration sei auch dazu da, Lobby-Arbeit für eine Gruppe von Menschen zu machen, die sonst keine haben, sagte die Abgeordnete der Linken im Bundestag, Katja Kipping während des Protestmarsches. "Der Citibank habe ich vertraut und hab damit auf Sand gebaut" stand auf einem Transparent, das der Berliner Rentner Bela Paradi trug. Mehrere Tausend Euro habe er durch die Pleite der US-Bank Lehmann Brothers verloren, sagte Pradi. Die Zertifikate hatte ihm sein Bankberater empfohlen.

Parallel zu der Berliner Veranstaltung fanden weitere große Demonstrationen in Frankfurt am Main und London statt. In Frankfurt am Main demonstrierten rund 10.000 Menschen gegen die Auswirkungen der Finanzkrise. Auf Plakaten hieß es "Zahlt euren Scheiß selbst", "Die Milliarden, die jetzt verbraten, zahl'n unsere Kinder noch in Raten", "Statt Rettungsschirme für die Reichen wieder Rente mit 60" oder "Stoppt den Bonuswahn" zu sehen.

G20 planen neues Konjunkturpaket

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zum Gespräch über den Weltfinanzgipfel am 2. April in London treffen. Die Zusammenkunft im Kanzleramt diene "unmittelbar der Vorbereitung des Londoner Treffens" der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Anschließend sei für 18 Uhr eine Pressekonferenz geplant. Zuvor sei am Nachmittag ein Gespräch mit Vertretern der deutschen Wirtschaft vorgesehen.  

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" planen die G-20-Staaten ein weitreichendes Konjunkturpaket im Umfang von zwei Billionen Dollar. Damit erhoffen sich die Staaten ein Erhöhung des weltweiten Wachstums um zwei Prozentpunkte und die Schaffung von 19 Millionen Arbeitsplätzen. Ein entsprechender Entwurf für das Abschlusskommuniqué liegt bereits vor, so der "Spiegel".

Quelle: AP

 
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