Bürgerkrieg im Sudan: Struck: Afrikaner in Darfur alleine machtlos
zuletzt aktualisiert: 07.10.2004 - 10:32Bonn (rpo). Die afrikanischen Staaten bekommen nach Ansicht von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) die Bürgerkriegs-Situation in der westsudanesischen Provinz Darfur mit eigenen Schutztruppen nicht in den Griff. Struck schloss den Einsatz deutscher Truppen erneut nicht "generell" aus. Zurzeit gebe es jedoch noch keine Anfragen seitens der UN.
Auf einer Veranstaltung des Internationalen Clubs La Redoute äußerte Struck am Mittwochabend in Bonn Zweifel, ob die Afrikanische Union (AU) selbst die schweren Probleme mit einer Friedenstruppe lösen könne. "Die Lage in Darfur ist erschreckend", sagte der Minister. Er schloss einen Einsatz der Bundeswehr mit anderen Nationen im Sudan erneut nicht "generell" aus. Gegenwärtig gebe es dazu aber keine Anfragen der Vereinten Nationen oder der NATO.
Nach UN-Schätzungen sind bei den Unruhen in Darfur bisher mindestens 50.000 Schwarzafrikaner durch die brutalen Angriffe und Gräueltaten arabischer Reitermilizen ums Leben gekommen. 1,2 Millionen Bewohner der Region seien auf der Flucht, etwa 500.000 Menschen würden sich noch im "Kriegsgebiet" aufhalten. Die Vereinten Nationen bezeichnen die Geschehnisse in Darfur als die derzeit weltweit schlimmste Katastrophe. Riesige Landstriche Darfurs sind völlig verwüstet.
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