Besuch in Ankara: Struck will Panzer an Türkei liefern
zuletzt aktualisiert: 18.11.2004 - 11:59Ankara (rpo). Bundesverteidigungsminister Peter Struck hat sich bei einem Besuch in Ankara grundsätzlich bereit erklärt, der Türkei mehrere hundert Kampfpanzer des Typs Leopard-2 aus Bundeswehrbeständen zu liefern. Falls die Türkei eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung richten sollte, werde er dafür eintreten, der türkischen Armee die Panzer zu geben.
Struck signalisierte seine Bereitschaft nach einem Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Vecdi Gönül in Ankara. Beide Minister betonten, die Gespräche über das Thema seien noch nicht abgeschlossen. Es habe noch keinen "Handschlag" für das Geschäft gegeben, sagte Gönül.
Die Türkei will ihre Panzerverbände durch den Kauf von rund 250 gebrauchten Panzern aus einem Partnerstaat modernisieren. Neben den deutschen Leopard-Panzern sind auch US-Panzer im Gespräch. Türkische Experten hatten sich in den letzten Monaten bereits Leopard-Panzer in Deutschland angesehen.
Derzeit verhandeln beide Seiten noch über technische Fragen einer möglichen Lieferung. Dabei gehe es unter anderem um die Munition für die Panzer sowie um die Ausbildung türkischer Panzer-Besatzungen, verlautete am Rande der Ministergespräche in Ankara.
Eine offizielle Anfrage der türkischen Seite liegt bisher nicht vor; möglicherweise werde die Anfrage aber noch vor Ende des Jahres gestellt, hieß es in der türkischen Hauptstadt. Das Interesse der Türkei an 1.000 neuen Leopard-Panzern hatte 1999 in Berlin eine Regierungskrise ausgelöst.
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