Proteste gegen Fackellauf in Neu-Delhi: Sturm auf Konsulat - 46 Tibeter in Haft
zuletzt aktualisiert: 17.04.2008 - 13:21Neu Delhi (RPO). Der Olympische Fackellauf in Neu-Delhi hat begonnen. 16.000 Sicherheitskräfte sind aufgeboten, um den Streckenverlauf zu schützen. Sie befürchten Anschläge und Selbstverbrennungen. In Mumbai versuchten wütende Exil-Tibeter das chinesische Konsulat zu stürmen. 46 wurden festgenommen.
Der Olympische Fackellauf begann am Donnerstag derweil planungsgemäß um 16.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MEZ). Bereits am Vorabend sollen laut Medienberichten mehrere Dutzend militanter Aktivisten verhaftet worden sein. Das Zentrum war größtenteils abgeriegelt. Die Route wurde auf 2,3 Kilometer verkürzt.
Rund 2000 Demonstranten starteten am Vormittag einen alternativen Fackellauf. Der von buddhistischen Mönchen geleitete Zug begann am Mausoleum des gewaltlosen Kämpfers für Indiens Freiheit, Mahatma Gandhi, und führte durch das Zentrum der indischen Hauptstadt
Die Demonstranten forderten in Sprechchören "Freiheit für China". Die tibetische Exilregierung in Indien rief unterdessen zu gewaltlosen Protesten am Rande der Strecke des offiziellen Fackellaufs des Olympischen Komitees auf. Die Stimmung ist angespannt. Jederzeit kann es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen.
Neu-Delhi gilt als besonders kritische Station. Dort lebt der Dalai Lama. Seit 1959 genießt er in Indien Exil. Mit ihm sind damals rund 100.000 Landsleute nach Indien geflohen. Die Polizei fürchtet, dass es zu Selbstverbrennungen tibetischer Mönche vor laufenden Kameras und damit vor den Augen der Welt kommen könnte.
In Pakistan verlief der Fackellauf am Mittwoch ohne Zwischenfälle. Aus Angst vor Protesten und möglichen Anschlägen wurde die Zeremonie unter Ausschluss der Öffentlichkeit in ein Sportstadion der Hauptstadt Islamabad verlegt. Nur geladene Gäste, unter ihnen Staatspräsident Pervez Musharraf, konnten den Fackellauf verfolgen.
In London, Paris und San Francisco kam es während des Olympischen Fackellaufs zu massiven Protesten. Ungestört verliefen hingegen die Stationen in Argentinien, Tansania, Oman und Pakistan.
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